Herzlich willkommen!
Sie schreiben ein Buch oder ein Theaterstück? Sie arbeiten an einem Drehbuch oder an einer Kurzgeschichte? Glückwunsch! Schreiben ist eines der schönsten Dinge der Welt! Aber es ist auch eine der einsamsten und schwierigsten Beschäftigungen, wenn man alleine vor seinem Text sitzt, ohne Hilfe, ohne Unterstützung.Das will Tatort-Schreibtisch ändern!
Von den Profis lernen – das ist die Logline unserer Autoreninitiative. Erfahrene und erfolgreiche Schreib-Profis berichten auf dieser Webseite von ihrer Arbeit und verraten Ihnen Tipps und Tricks, mit denen Sie auf dem Buchmarkt oder im Drehbuchgeschäft erfolgreich sind.
Das Herz unserer Initiative ist das Autorenpaten-Programm. Hier bieten Ihnen über 40 renommierte und professionell schreibende Autorinnen und Autoren an, Sie und Ihr Schreibprojekt mit ihrem Wissen und ihrem Rat zu begleiten.
Mit unserem Autorenpaten-Programm sind wir Partner des innovativen Verlagsprojektes Woobooks. Alle Manukripte, für die bei einem unserer Autorenpaten und -patinnen eine Manuskripteinschätzung gebucht wurde, haben die Chance auf eine Verlagsveröffentlichung.
In unserer Rubrik "Tatort -Schreibtisch: Ausgezeichnet!" präsentieren wir preisgekrönte oder preisnominierte Kurzgeschichten, die den jeweiligen Autoren große Beachtung verschafft haben - zum Nachlesen und zum Mut machen.
Ergänzt wird unsere Seite durch verschiedene Rubriken: zum Beispiel die "Frage der Woche", die "Schreibregel der Woche" oder auch der "Tatort der Woche", in der bekannte Autoren ihren Arbeitsplatz vorstellen.
In der Rubrik Über Tatort-Schreibtisch erklären wir kurz, wie die Webseite funktioniert, in der Rubrik FAQ beantworten wir alle Fragen zu unserem Autorenpaten-Programm.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr
Markus Stromiedel

Markus Stromiedel ist Autor und Drehbuchautor und Initiator von "Tatort-Schreibtisch"
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Profiautoren als Ratgeber
Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wollten
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin telefoniert mit Ihnen und gibt Ihnen Antworten auf Ihre Fragen zu Verlagen, zur Buchbranche, zur Kino- und Fernsehlandschaft oder der Theaterwelt.
Einschätzung Ihres Textes / Buches / Drehbuches
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest Ihr Exposé und sichtet Ihre Bewerbungsunterlagen und gibt Ihnen anschließend schriftlich eine genaue Rückmeldung, an welchen Punkten Sie noch arbeiten müssen, damit ihre Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur Erfolgschancen hat. Auf Wunsch können Sie anschließend mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Exposé und die Bewerbung sprechen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.
Individuelles Patenprogramm
Bei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Autorenpaten-Programm
Das Programm und die Preise im Detail
Das sind die Autorenpaten
Manuskript für das Autorenpatenprogramm einreichen
Hilfe durch das Autorenpaten-Programm
Im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch haben Sie die Möglichkeit, sich für Ihr aktuelles Schreibprojekt eine professionelle Autorin oder einen erfolgreichen Autor als Ratgeber an Ihre Seite zu holen. Das Angebot reicht vom Info-Gespräch über die fachliche Einschätzung Ihres Manuskriptes bis zur Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agentur-Bewerbung. Alle Autorenpaten sind erfahrene Schreib-Profis, die ihre Texte erfolgreich in Verlagen veröffentlichen, häufig preisgekrönt sind und z.T. auch als Dozenten lehren. Tatort-Schreibtisch ist Partner von Woobooks.Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wollten
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Einschätzung Ihres Textes / Buches / Drehbuches
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest Ihr Exposé und sichtet Ihre Bewerbungsunterlagen und gibt Ihnen anschließend schriftlich eine genaue Rückmeldung, an welchen Punkten Sie noch arbeiten müssen, damit ihre Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur Erfolgschancen hat. Auf Wunsch können Sie anschließend mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Exposé und die Bewerbung sprechen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.
Individuelles Patenprogramm
Bei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
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Autorenpatin der Woche
Sophie Reyer zeichnet sich durch ihr vielfältiges Schaffen aus. Sie hat nicht nur Komposition / Musiktheater und Germanistik studiert...
Dr. Sophie Reyer
Autorenpatin für Prosa, Drama, Hörspiel und LyrikSophie Reyer zeichnet sich durch ihr vielfältiges Schaffen aus. Sie hat nicht nur Komposition / Musiktheater und Germanistik studiert...
sondern auch
Szenisches Schreiben bei uniT sowie Drehbuch an der Kunsthochschule für
Medien Köln. Unlängst dissertierte sie an der Universität für
angewandten Kunst Wien und trägt nun den Doktortitel der Philosophie.
Für ihre zahlreichen literarischen, lyrischen, szenischen und
wissenschaftlichen Texte hat die knapp 30jährige bereits etliche Preise
gewonnen, darunter den Literaturförderungspreis der Stadt Graz, den
Manuskripte- Förderungspreis sowie den Wiener Staatspreis für die beste
Dissertation 2018. Sophie Reyer leitet außerdem den Lehrgang für
Schreibpädagogik in Wien sowie die JugendLiteraturwerkstatt in Graz.
Ihre Theatertexte werden vom S. Fischer-Verlag vertreten.
Sophie Reyer ist eine der Paten im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.
Bibliographie (Auswahl):
Prosa
vertrocknete vögel, Leykam, Graz
baby blue eyes, Ritter, Klagenfurt
Tausendundein Tag, Keiper
schnee schlafen, Löcker-Verlag, Wien
Schildkrötentage, Czernin
Drama
puppenkiste, Schauspielhaus Wien
Anna und der Wulian, Badische Landesbühne
we are the play, English Theater Berlin
trip trap tropf, Kindertheaterstück, Jeunesse Wien
Neue Welten, Landestheater Linz
Die Verwandlung, Schloßtheater Maßbach
Lyrik
geh dichte, EYE-Verlag
binnen (miniaturen), Leykam
flug (spuren), Edition Keiper
die gezirpte Zeit, Berger-Verlag
Hörspiel
weißes Rauschen, ö1
ölspiel, ö1
so sein, ö1
baumleberliebe, ö1
Drehbuch
Metamprhosis, Kurzfilm
Die Erfahrung, Kurzfilm, auch Regie
dizzy's pub, Kurzfilm, auch Regie
Außerdem zahlreiche Texte in Anthologien, Zeitungen und Literaturzeitschriften
zum Autorenpaten-Programm
Sophie Reyer ist eine der Paten im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.
Bibliographie (Auswahl):
Prosa
vertrocknete vögel, Leykam, Graz
baby blue eyes, Ritter, Klagenfurt
Tausendundein Tag, Keiper
schnee schlafen, Löcker-Verlag, Wien
Schildkrötentage, Czernin
Drama
puppenkiste, Schauspielhaus Wien
Anna und der Wulian, Badische Landesbühne
we are the play, English Theater Berlin
trip trap tropf, Kindertheaterstück, Jeunesse Wien
Neue Welten, Landestheater Linz
Die Verwandlung, Schloßtheater Maßbach
Lyrik
geh dichte, EYE-Verlag
binnen (miniaturen), Leykam
flug (spuren), Edition Keiper
die gezirpte Zeit, Berger-Verlag
Hörspiel
weißes Rauschen, ö1
ölspiel, ö1
so sein, ö1
baumleberliebe, ö1
Drehbuch
Metamprhosis, Kurzfilm
Die Erfahrung, Kurzfilm, auch Regie
dizzy's pub, Kurzfilm, auch Regie
Außerdem zahlreiche Texte in Anthologien, Zeitungen und Literaturzeitschriften
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Tatort der Woche
Das ist es nun: mein neues Arbeitseck im Wohnzimmer. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge bin ich vor Kurzem mit meinem Kram übersiedelt. Bis dato hatte ich ein ganzes Schreibzimmer zur Verfügung, das ich zugunsten meiner pubertären Tochter geräumt habe...
Nach langem hin und her und viel Getüftel bauten wir das Wohnzimmer so um, dass hier direkt beim Terassenfenster mit Blick in den Garten ein helles und freundliches Eckchen entstand. Und das habe ich mir wohnlich eingerichtet.
Es besteht aus einem Hauptschreibtisch mit Desktop, der auch über Internetanschluss verfügt und einem Nebenschreibtisch, den man ausklappen kann, wenn man ihn braucht. Hier schreibe ich am Laptop ohne Internetanschluss (damit ich nicht abgelenkt werde) meine Texte mit Blick in den Garten.
Der Buddha sorgt für die notwendige Gelassenheit, wenn der Abgabetermin wieder drängt, mit Sinnsprüchen und Tee starte ich in den Tag. Die Orchideen sind mein Steckenpferd, wie meine Fans wissen, und kommen immer wieder in meinen Texten vor.
Auf dem Hauptschreibtisch steht allerlei Kram, den ich brauche, vor allem Schreibutensilien. Ganz rechts sieht man auch ein paar Grafit- und Kohlestifte, für "Zeichenanfälle" zwischendurch. Die Urkunde von meinem ersten Literaturwettbewerb, den ich gewonnen habe, ist der letzte Rest meiner "Wall of Fame", die in meinem Schreibzimmer eine ganze Wand einnahm und für die ich leider jetzt keinen Platz mehr habe. Dort hatte ich alle Plakate meiner Lesungen gesammelt und auch die Urkunden der Literaturwettbewerbe.
Außerdem steht das Schild vor dem Monitor, das zuvor an meiner Bürotür hing, ein Geschenk und zugleich ein letztes Andenken an mein ehemaliges Zimmer.
Der Delphin ist ein Glücksbringer von meiner Tochter. Die Unterlage dient nicht zu Werbezwecken sondern zum Kritzeln während dem Telefonieren und Notieren von Geistesblitzen. Sehr praktisch, kann ich nur jedem empfehlen!
Links neben dem Monitor steht ein Foto mit meiner Erstgeborenen und daneben mein erstes "Buchbaby". Diesen Coverständer habe ich für meine Lesungen gebastelt, weil der Roman in den ersten neun Monaten nur als E-Book erhältlich war.
Auch eine Taschenlampe steht am Schreibtisch, für alle Fälle, falls der große Black Out kommt ;-)
Wie man an meinem Mouse Pad, sieht bin ich leidenschaftliche Gamerin. Am liebsten spiele ich Strategie- und Rollenspiele mit Fantasy- oder Historyhintergrund. Dafür fehlt mir leider seit Monaten die Zeit.
Auf dem kleinen Schreibtisch, den man zum Highboard zusammenschieben kann, steht noch ein ganz wichtiges Teil. :-) Das sogenannte Orgasmotron habe ich vor 25 Jahren in Sydney gekauft und es leistet immer noch wundervolle Dienste, wenn der Kopf mal wieder dröhnt. Wie funktioniert das? Das spinnenartige Drahtgestell zurechtbiegen, einfach auf dem Hinterkopf aufsetzen und dann ganz leicht hinunterdrücken, wieder hoch, drehen, runterdrücken.... die perfekte Do it Yourself Kopfmassage. :-)
Hier gibt es mehr Informationen über Jennifer B. Wind
Orchideen und Orgasmotron
von Jenny B. WindDas ist es nun: mein neues Arbeitseck im Wohnzimmer. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge bin ich vor Kurzem mit meinem Kram übersiedelt. Bis dato hatte ich ein ganzes Schreibzimmer zur Verfügung, das ich zugunsten meiner pubertären Tochter geräumt habe...
Nach langem hin und her und viel Getüftel bauten wir das Wohnzimmer so um, dass hier direkt beim Terassenfenster mit Blick in den Garten ein helles und freundliches Eckchen entstand. Und das habe ich mir wohnlich eingerichtet.
Es besteht aus einem Hauptschreibtisch mit Desktop, der auch über Internetanschluss verfügt und einem Nebenschreibtisch, den man ausklappen kann, wenn man ihn braucht. Hier schreibe ich am Laptop ohne Internetanschluss (damit ich nicht abgelenkt werde) meine Texte mit Blick in den Garten.
Der Buddha sorgt für die notwendige Gelassenheit, wenn der Abgabetermin wieder drängt, mit Sinnsprüchen und Tee starte ich in den Tag. Die Orchideen sind mein Steckenpferd, wie meine Fans wissen, und kommen immer wieder in meinen Texten vor.
Auf dem Hauptschreibtisch steht allerlei Kram, den ich brauche, vor allem Schreibutensilien. Ganz rechts sieht man auch ein paar Grafit- und Kohlestifte, für "Zeichenanfälle" zwischendurch. Die Urkunde von meinem ersten Literaturwettbewerb, den ich gewonnen habe, ist der letzte Rest meiner "Wall of Fame", die in meinem Schreibzimmer eine ganze Wand einnahm und für die ich leider jetzt keinen Platz mehr habe. Dort hatte ich alle Plakate meiner Lesungen gesammelt und auch die Urkunden der Literaturwettbewerbe.
Außerdem steht das Schild vor dem Monitor, das zuvor an meiner Bürotür hing, ein Geschenk und zugleich ein letztes Andenken an mein ehemaliges Zimmer.
Der Delphin ist ein Glücksbringer von meiner Tochter. Die Unterlage dient nicht zu Werbezwecken sondern zum Kritzeln während dem Telefonieren und Notieren von Geistesblitzen. Sehr praktisch, kann ich nur jedem empfehlen!
Links neben dem Monitor steht ein Foto mit meiner Erstgeborenen und daneben mein erstes "Buchbaby". Diesen Coverständer habe ich für meine Lesungen gebastelt, weil der Roman in den ersten neun Monaten nur als E-Book erhältlich war.
Auch eine Taschenlampe steht am Schreibtisch, für alle Fälle, falls der große Black Out kommt ;-)
Wie man an meinem Mouse Pad, sieht bin ich leidenschaftliche Gamerin. Am liebsten spiele ich Strategie- und Rollenspiele mit Fantasy- oder Historyhintergrund. Dafür fehlt mir leider seit Monaten die Zeit.
Auf dem kleinen Schreibtisch, den man zum Highboard zusammenschieben kann, steht noch ein ganz wichtiges Teil. :-) Das sogenannte Orgasmotron habe ich vor 25 Jahren in Sydney gekauft und es leistet immer noch wundervolle Dienste, wenn der Kopf mal wieder dröhnt. Wie funktioniert das? Das spinnenartige Drahtgestell zurechtbiegen, einfach auf dem Hinterkopf aufsetzen und dann ganz leicht hinunterdrücken, wieder hoch, drehen, runterdrücken.... die perfekte Do it Yourself Kopfmassage. :-)
Hier gibt es mehr Informationen über Jennifer B. Wind
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Frage der Woche

Auf Deutsch heißt Plot Point „Wendepunkt“, und damit bezeichnet man ein Ereignis, das eine Geschichte grundlegend wendet und ihr so eine neue Richtung gibt. Plot Points gehören damit zu den Pfeilern, auf denen der Spannungsbogen ruht, man zählt sie zum klassischen Autorenhandwerkszeug. Aristoteles beschrieb sie vor rund 2000 Jahren in seiner Dramentheorie, und von dort aus fanden sie in den 1970er Jahren über Syd Fields Drehbuch-Ratgeber Eingang in diverse Modelle zum Drehbuchschreiben. Heute findet man ihre Spuren in den meisten Schreibschulen und -programmen, denn aus Autorensicht sind sie vor allem eines: Hilfsmittel beim Plotten, also dem Ausdenken und Planen von Geschichten.
Sie sagen, dass Sie sich niemals beim Schreiben Ihrer Texte über Wendepunkte Gedanken machen und das auch nicht brauchen? Wer noch nie ein Problem mit dem Spannungsbogen seiner Story hatte, wer sich noch nie in den schier endlosen Möglichkeiten verirrt hat, die eine Geschichte gerade am Anfang darstellt, der braucht weder Plot Points zu kennen noch diesen Text zu lesen. Allerdings, auch dann schadet es nicht, zu verstehen, was man gerade macht …
Hier nun ein erstes, simples Beispiel in Sachen Plot Points:
Nehmen wir als Ausgangspunkt unserer Beispiel-Geschichte das universelle Thema „Mann liebt Frau“. Folgt darauf „Frau liebt Mann“, wäre das im wahren Leben schön, doch für eine Geschichte ziemlich langweilig. Was aber wäre, wenn sie ihn nicht oder nicht mehr liebt, worauf seine Freunde beschließen, dass der liebeskranke Jungspund auf andere Gedanken gebracht werden muss? Sie ersinnen also einen Streich: Gemeinsam werden sie eine fremde Party sprengen, und zwar eine Party bei diesen Snobs, diesen Blödmännern, zu denen die Freunde und unsere Hauptfigur sonst möglichst großen Abstand halten.
Und da passiert es dann: Romeo verliebt sich in Julia, die einzige Frau, die er nicht lieben darf, denn ihrer beiden Familien sind bis aufs Blut verfeindet. Aus der Leidenspose wird echte Liebe – das Blatt hat sich gewendet, und nun wird die Sache spannend, denn plötzlich geht es um alles. Kann die Liebe den Hass überwinden? Das ist die neue Frage, die den Plot bestimmt, und wir sind dank des Plot Points nun im zweiten Akt.
Denn das gehört zu den Aufgaben von Plot Point I und Plot Point II: ersterer bringt den Übergang in den zweiten Akt hervor, in dem dann all die Konflikte, die im ersten Akt angelegt werden, so richtig schön ausgebreitet werden und dabei immer weiter hochkochen. Plot Point II dagegen markiert das Ende des zweiten Aktes und damit den Übergang in den Showdown des dritten Aktes.
In Shakespeares Romeo und Julia ist der Plot Point II übrigens die heimliche Hochzeit des Paares. Die bewirkt nämlich, dass Romeo zu Beginn des dritten Aktes versucht, im Streit zwischen seinem Freund Mercutio und Tybalt – als Julias Cousin in den Augen der Welt Romeos Feind, aber dank der Hochzeit ja nun sein Verwandter – zu vermitteln. Das geht gründlich schief, wie man weiß: Erst tötet Tybalt Mercutio, dann Romeo Tybalt, und Romeo hat Glück, anschließend nur verbannt und nicht dem Henker zugeführt zu werden.
Das, was in einer Liebesgeschichte das Happy End wäre – die Hochzeit –, ist in dieser Liebestragödie der perfekte zweite Plot Point. Das verweist auf einen anderen Aspekt insbesondere von Plot Point II: die sogenannte Fallhöhe. Aus dem Himmel der erfüllten Liebe stürzt Plot Point II die Liebenden durch den dritten Akt in den Abgrund des Todes. Tiefer kann man kaum fallen.
Nehmen wir als zweites Beispiel Macbeth, auch von Shakespeare, auch sehr dramatisch. Nachdem er König Duncan erschlagen und dessen Krone an sich gerissen hat, er seine Gegner scharenweise umbrachte und seine Frau sich ob der resultierenden Schuldgefühle das Leben nahm, hat Macbeth doch Muffensausen, ob er damit durchkommen wird. Also begibt er sich noch einmal zu den Hexen, deren Weissagungen am Anfang seinen Ehrgeiz weckten. Diesmal hört er von ihnen, dass seine Burg Dunsinane sicher sei, solange nicht der Wald von Birnam zu ihr käme. Außerdem könne ihn kein Mensch, von einem Weib geboren, schaden. Klingt gut, oder?
Macbeth wähnt sich daraufhin jedenfalls in Sicherheit. Aber dann marschieren plötzlich Macduffs Soldaten getarnt mit Zweigen und Ästen auf die Burg zu. Noch immer hält sich Macbeth für ungefährdet – bis ihm Macduff im finalen Zweikampf steckt, dass er per Kaiserschnitt zur Welt kam. Und kurz darauf ist Macbeth tot.
Beide Beispiele zeigen zum einen, dass Plot Points idealerweise nur dem Anschein nach eindeutig sein sollten, und zum anderen, dass ihre Art vom Genre abhängig ist: in Tragödien befinden sich die Helden in Plot Point II auf dem (scheinbaren) Höhepunkt ihres Erfolges, näher kann man dem Himmel praktisch nicht kommen. In Komödien und allen anderen Geschichten mit Happy End sind dagegen Held oder Heldin im Plot Point II schier unendlich weit von der Erfüllung ihrer Träume entfernt – sagen wir, es geht um die große Liebe, dann ist sie soeben mit seinem besten Freund vor den Altar getreten, und er hat ein Schweigegelübde in einem weit entfernten einsamen Kloster abgelegt.
Das Prinzip funktioniert natürlich auch bei Werken mit mehr als drei Akten oder ganz ohne solchen, denn das mit den drei Akten ist im übertragenen Sinne zu verstehen: Sehr vereinfacht gesagt, ist Plot Point I das, was eine Geschichte aus ihrem Anfang (der Exposition) in ihre Mitte – den großen, wichtigen Teil, in dem all die bis dato nur angedeuteten, angelegten Konflikte ausgelebt werden – befördert. Und Plot Point II, sein Gegenstück, dreht die Geschichte aus der Mitte Richtung Ende, das heißt, Richtung Auflösung aller Konflikte und ungelöster Fragen.
Noch einmal anders ausgedrückt: Im Thriller, ob als Film oder Buch, ist Plot Point II oft der Punkt, an dem der bis dato größte, ja einzig sicher und vertrauenswürdig geglaubte Helfer des Helden ermordet wird oder sich als Verbündeter des Täters (wenn nicht gleich als dieser) entpuppt. In Actionfilmen folgt auf Plot Point II oftmals die größte, wildeste Verfolgungsjagd aller Zeiten ...
In welchem Medium man seine Geschichte auch erzählt, in welchem Genre man sie auch verortet, die Grundspannung ruht dabei immer auf diesen beiden Wendepunkten: Der erste gibt einer scheinbar gradlinig verlaufenden Sache plötzlich einen ganz anderen Dreh – Macbeth erhebt sich gegen Duncan, Romeo verliebt sich in Julia, oder der bisherige Tatverdächtige taucht im Krimi als zweites Mordopfer auf. Der zweite Plot Point dagegen leitet in den Showdown, also die spannend gewendete Zuspitzung und Auflösung der Konflikte, ein – Macbeth wiegt sich mit der Prophezeiung der Hexen in falscher Sicherheit, Romeos heimliche Heirat mit Julia bringt ihn in eine unmögliche Situation im Streit der beiden Familien, und die Polizei kennt jetzt zwar den Täter, aber er verschanzt mit einer Geisel.
Wenn Sie sich gerade bang fragen, wo denn die Plot Points bei Ihrer veröffentlichten Geschichte XYZ sind, keine Sorge! Ich musste selbst eine ganze Weile für diesen Text nachdenken, wo denn bei meinem Romandebüt Der Tod ist ein langer, trüber Fluss die Plot Points sitzen.
Wenn Sie Der Tod ist ein langer, trüber Fluss noch nicht gelesen haben und das noch tun möchten, den kursiv gesetzten Teil nicht lesen – ACHTUNG, SPOILERGEFAHR!
Einfach ist es, in meiner Geschichte den Plot Point I zu markieren: nämlich, wenn Ophelia die 'Komfortzone' in der Bonner Gerichtsmedizin verlässt und sich auf die Suche nach der Identität des unbekannten Toten macht. Aber was genau markiert diese Wende? Dass sie die Sachen des Toten aus dem Institut mitnimmt? Oder ist es tatsächlich erst der Moment, wenn sich der Tote in ihren Traum drängt? Der Showdown nach dem Plot Point II beginnt dann mit der Erkenntnis, dass Täter und Opfer nicht nur Vater und Sohn sind, sondern auch Drogenfahnder und Drogensüchtiger.
Grämen Sie sich nicht, wenn sich die Praxis nicht immer mit der Theorie überein bringen lässt. Mein zweiter Roman Rattes Gift zum Beispiel begann sein Leben als Drehbuchprojekt. Obwohl ich den Stoff konsequent durchgeplottet hatte, bevor ich auch nur die erste Filmszene und sehr viel später die Prosafassung schrieb, fällt es mir rückblickend schwer zu sagen, wo genau die Plot Points sitzen.
Und das zeigt auch, dass Plot Points ein Stück weit Interpretationssache sind – und das wiederum erlaubt, sie beim Plotten der eigenen Geschichten als Hilfsmittel zu verwenden, das mir dient und dem nicht ich mich unterordnen muss. Ich kann mit Hilfe der Plot Points für mich ausprobieren, wie ich die Geschichte erzählen will, und erfahre dabei möglicherweise, was für eine Geschichte es eigentlich ist. Einfach, indem ich mir anschaue, was passiert, wenn das, was ich für den Anfangspunkt meiner Geschichte halte, Plot Point I wird – oder umgekehrt, wenn ich aus meinem vermeintlichen Plot Point den Anfang meiner Geschichte mache. Und wie sieht es mit Plot Point II aus? Passt der wirklich zum Ende, d.h. ist die Fallhöhe ausreichend? Überhaupt, beziehen sich die Plot Points sowie Anfang und Ende tatsächlich auf dieselbe Figur, die dann bitteschön auch meine Hauptfigur sein sollte?
Ich weiß, man sollte Fragen nicht mit Fragen beantworten. Aber wenn Sie nicht nur theoretisch wissen wollen, was Plot Points sind, sondern dieses Wissen auf Ihre Geschichte anwenden möchten, kommen wir nicht darum herum. Dann sind Plot Points nämlich auch so etwas wie Fragen, die Sie an Ihre Geschichte stellen sollten: Welches Ereignis gibt meinem Plot eine Wendung? Wie wichtig ist es für die Handlung, für die Hauptfigur, für das Thema meiner Geschichte?
Setzen Sie sich also an Ihre eigene Geschichte und finden Sie raus, ob Sie deren Spannungspotenzial optimal genutzt haben – und ob Sie wirklich schon das erzählen, was Sie eigentlich erzählen wollen.
Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach ist nicht nur Autorin und Drehbuchautorin, sondern auch Dramatikerin, Übersetzerin und Sachbuchautorin. Ihre einfühlsamen und präzisen Texte wurden mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und für den Glauser-Preis nominiert. Die promovierte Filmwissenschaftlerin arbeitet außerdem als Dozentin und als Lektorin, unterrichtet Literaturwissenschaft an der Universität Essen und gibt immer wieder Schreibkurse für werdende Autoren.
Was sind eigentlich Plot Points?
von Mischa Bach

Die gute Nachricht vorweg: Jede funktionierende, spannende Geschichte
hat Plot Points, weshalb sie auch jeder von uns kennt – selbst, wenn
manch Autor meinen mag, Plot Points seien ungefähr so schwer zu erkennen
wie der G-Punkt.
Sie sagen, dass Sie sich niemals beim Schreiben Ihrer Texte über Wendepunkte Gedanken machen und das auch nicht brauchen? Wer noch nie ein Problem mit dem Spannungsbogen seiner Story hatte, wer sich noch nie in den schier endlosen Möglichkeiten verirrt hat, die eine Geschichte gerade am Anfang darstellt, der braucht weder Plot Points zu kennen noch diesen Text zu lesen. Allerdings, auch dann schadet es nicht, zu verstehen, was man gerade macht …
Hier nun ein erstes, simples Beispiel in Sachen Plot Points:
Nehmen wir als Ausgangspunkt unserer Beispiel-Geschichte das universelle Thema „Mann liebt Frau“. Folgt darauf „Frau liebt Mann“, wäre das im wahren Leben schön, doch für eine Geschichte ziemlich langweilig. Was aber wäre, wenn sie ihn nicht oder nicht mehr liebt, worauf seine Freunde beschließen, dass der liebeskranke Jungspund auf andere Gedanken gebracht werden muss? Sie ersinnen also einen Streich: Gemeinsam werden sie eine fremde Party sprengen, und zwar eine Party bei diesen Snobs, diesen Blödmännern, zu denen die Freunde und unsere Hauptfigur sonst möglichst großen Abstand halten.
Und da passiert es dann: Romeo verliebt sich in Julia, die einzige Frau, die er nicht lieben darf, denn ihrer beiden Familien sind bis aufs Blut verfeindet. Aus der Leidenspose wird echte Liebe – das Blatt hat sich gewendet, und nun wird die Sache spannend, denn plötzlich geht es um alles. Kann die Liebe den Hass überwinden? Das ist die neue Frage, die den Plot bestimmt, und wir sind dank des Plot Points nun im zweiten Akt.
Denn das gehört zu den Aufgaben von Plot Point I und Plot Point II: ersterer bringt den Übergang in den zweiten Akt hervor, in dem dann all die Konflikte, die im ersten Akt angelegt werden, so richtig schön ausgebreitet werden und dabei immer weiter hochkochen. Plot Point II dagegen markiert das Ende des zweiten Aktes und damit den Übergang in den Showdown des dritten Aktes.
In Shakespeares Romeo und Julia ist der Plot Point II übrigens die heimliche Hochzeit des Paares. Die bewirkt nämlich, dass Romeo zu Beginn des dritten Aktes versucht, im Streit zwischen seinem Freund Mercutio und Tybalt – als Julias Cousin in den Augen der Welt Romeos Feind, aber dank der Hochzeit ja nun sein Verwandter – zu vermitteln. Das geht gründlich schief, wie man weiß: Erst tötet Tybalt Mercutio, dann Romeo Tybalt, und Romeo hat Glück, anschließend nur verbannt und nicht dem Henker zugeführt zu werden.
Das, was in einer Liebesgeschichte das Happy End wäre – die Hochzeit –, ist in dieser Liebestragödie der perfekte zweite Plot Point. Das verweist auf einen anderen Aspekt insbesondere von Plot Point II: die sogenannte Fallhöhe. Aus dem Himmel der erfüllten Liebe stürzt Plot Point II die Liebenden durch den dritten Akt in den Abgrund des Todes. Tiefer kann man kaum fallen.
Nehmen wir als zweites Beispiel Macbeth, auch von Shakespeare, auch sehr dramatisch. Nachdem er König Duncan erschlagen und dessen Krone an sich gerissen hat, er seine Gegner scharenweise umbrachte und seine Frau sich ob der resultierenden Schuldgefühle das Leben nahm, hat Macbeth doch Muffensausen, ob er damit durchkommen wird. Also begibt er sich noch einmal zu den Hexen, deren Weissagungen am Anfang seinen Ehrgeiz weckten. Diesmal hört er von ihnen, dass seine Burg Dunsinane sicher sei, solange nicht der Wald von Birnam zu ihr käme. Außerdem könne ihn kein Mensch, von einem Weib geboren, schaden. Klingt gut, oder?
Macbeth wähnt sich daraufhin jedenfalls in Sicherheit. Aber dann marschieren plötzlich Macduffs Soldaten getarnt mit Zweigen und Ästen auf die Burg zu. Noch immer hält sich Macbeth für ungefährdet – bis ihm Macduff im finalen Zweikampf steckt, dass er per Kaiserschnitt zur Welt kam. Und kurz darauf ist Macbeth tot.
Beide Beispiele zeigen zum einen, dass Plot Points idealerweise nur dem Anschein nach eindeutig sein sollten, und zum anderen, dass ihre Art vom Genre abhängig ist: in Tragödien befinden sich die Helden in Plot Point II auf dem (scheinbaren) Höhepunkt ihres Erfolges, näher kann man dem Himmel praktisch nicht kommen. In Komödien und allen anderen Geschichten mit Happy End sind dagegen Held oder Heldin im Plot Point II schier unendlich weit von der Erfüllung ihrer Träume entfernt – sagen wir, es geht um die große Liebe, dann ist sie soeben mit seinem besten Freund vor den Altar getreten, und er hat ein Schweigegelübde in einem weit entfernten einsamen Kloster abgelegt.
Das Prinzip funktioniert natürlich auch bei Werken mit mehr als drei Akten oder ganz ohne solchen, denn das mit den drei Akten ist im übertragenen Sinne zu verstehen: Sehr vereinfacht gesagt, ist Plot Point I das, was eine Geschichte aus ihrem Anfang (der Exposition) in ihre Mitte – den großen, wichtigen Teil, in dem all die bis dato nur angedeuteten, angelegten Konflikte ausgelebt werden – befördert. Und Plot Point II, sein Gegenstück, dreht die Geschichte aus der Mitte Richtung Ende, das heißt, Richtung Auflösung aller Konflikte und ungelöster Fragen.
Noch einmal anders ausgedrückt: Im Thriller, ob als Film oder Buch, ist Plot Point II oft der Punkt, an dem der bis dato größte, ja einzig sicher und vertrauenswürdig geglaubte Helfer des Helden ermordet wird oder sich als Verbündeter des Täters (wenn nicht gleich als dieser) entpuppt. In Actionfilmen folgt auf Plot Point II oftmals die größte, wildeste Verfolgungsjagd aller Zeiten ...
In welchem Medium man seine Geschichte auch erzählt, in welchem Genre man sie auch verortet, die Grundspannung ruht dabei immer auf diesen beiden Wendepunkten: Der erste gibt einer scheinbar gradlinig verlaufenden Sache plötzlich einen ganz anderen Dreh – Macbeth erhebt sich gegen Duncan, Romeo verliebt sich in Julia, oder der bisherige Tatverdächtige taucht im Krimi als zweites Mordopfer auf. Der zweite Plot Point dagegen leitet in den Showdown, also die spannend gewendete Zuspitzung und Auflösung der Konflikte, ein – Macbeth wiegt sich mit der Prophezeiung der Hexen in falscher Sicherheit, Romeos heimliche Heirat mit Julia bringt ihn in eine unmögliche Situation im Streit der beiden Familien, und die Polizei kennt jetzt zwar den Täter, aber er verschanzt mit einer Geisel.
Wenn Sie sich gerade bang fragen, wo denn die Plot Points bei Ihrer veröffentlichten Geschichte XYZ sind, keine Sorge! Ich musste selbst eine ganze Weile für diesen Text nachdenken, wo denn bei meinem Romandebüt Der Tod ist ein langer, trüber Fluss die Plot Points sitzen.
Wenn Sie Der Tod ist ein langer, trüber Fluss noch nicht gelesen haben und das noch tun möchten, den kursiv gesetzten Teil nicht lesen – ACHTUNG, SPOILERGEFAHR!
Einfach ist es, in meiner Geschichte den Plot Point I zu markieren: nämlich, wenn Ophelia die 'Komfortzone' in der Bonner Gerichtsmedizin verlässt und sich auf die Suche nach der Identität des unbekannten Toten macht. Aber was genau markiert diese Wende? Dass sie die Sachen des Toten aus dem Institut mitnimmt? Oder ist es tatsächlich erst der Moment, wenn sich der Tote in ihren Traum drängt? Der Showdown nach dem Plot Point II beginnt dann mit der Erkenntnis, dass Täter und Opfer nicht nur Vater und Sohn sind, sondern auch Drogenfahnder und Drogensüchtiger.
Grämen Sie sich nicht, wenn sich die Praxis nicht immer mit der Theorie überein bringen lässt. Mein zweiter Roman Rattes Gift zum Beispiel begann sein Leben als Drehbuchprojekt. Obwohl ich den Stoff konsequent durchgeplottet hatte, bevor ich auch nur die erste Filmszene und sehr viel später die Prosafassung schrieb, fällt es mir rückblickend schwer zu sagen, wo genau die Plot Points sitzen.
Und das zeigt auch, dass Plot Points ein Stück weit Interpretationssache sind – und das wiederum erlaubt, sie beim Plotten der eigenen Geschichten als Hilfsmittel zu verwenden, das mir dient und dem nicht ich mich unterordnen muss. Ich kann mit Hilfe der Plot Points für mich ausprobieren, wie ich die Geschichte erzählen will, und erfahre dabei möglicherweise, was für eine Geschichte es eigentlich ist. Einfach, indem ich mir anschaue, was passiert, wenn das, was ich für den Anfangspunkt meiner Geschichte halte, Plot Point I wird – oder umgekehrt, wenn ich aus meinem vermeintlichen Plot Point den Anfang meiner Geschichte mache. Und wie sieht es mit Plot Point II aus? Passt der wirklich zum Ende, d.h. ist die Fallhöhe ausreichend? Überhaupt, beziehen sich die Plot Points sowie Anfang und Ende tatsächlich auf dieselbe Figur, die dann bitteschön auch meine Hauptfigur sein sollte?
Ich weiß, man sollte Fragen nicht mit Fragen beantworten. Aber wenn Sie nicht nur theoretisch wissen wollen, was Plot Points sind, sondern dieses Wissen auf Ihre Geschichte anwenden möchten, kommen wir nicht darum herum. Dann sind Plot Points nämlich auch so etwas wie Fragen, die Sie an Ihre Geschichte stellen sollten: Welches Ereignis gibt meinem Plot eine Wendung? Wie wichtig ist es für die Handlung, für die Hauptfigur, für das Thema meiner Geschichte?
Setzen Sie sich also an Ihre eigene Geschichte und finden Sie raus, ob Sie deren Spannungspotenzial optimal genutzt haben – und ob Sie wirklich schon das erzählen, was Sie eigentlich erzählen wollen.
Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach ist nicht nur Autorin und Drehbuchautorin, sondern auch Dramatikerin, Übersetzerin und Sachbuchautorin. Ihre einfühlsamen und präzisen Texte wurden mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und für den Glauser-Preis nominiert. Die promovierte Filmwissenschaftlerin arbeitet außerdem als Dozentin und als Lektorin, unterrichtet Literaturwissenschaft an der Universität Essen und gibt immer wieder Schreibkurse für werdende Autoren.
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Tatort-Schreibtisch-Buch der Woche
Mischa Bach: "Der Tod ist ein langer trüber Fluss"
Nach einem mutmaßlichen Selbstmordversuch im Rhein weiß Ophelia nicht mehr, wer sie ist. Doch nun kann sie die Toten hören...
Auch der tote Mann, den sie an ihrem neuen Arbeitsplatz in der Bonner
Gerichtsmedizin vorfindet, spricht mit ihr. Ophelia macht sich auf die
Suche nach seiner Geschichte. Es ist eine Reise in eine Vergangenheit,
die mehr mit ihr zu tun hat, als sie ahnt ...
Eine bewegende literarische Novelle, dicht und stimmungsvoll geschrieben
Die Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" wurde 2001 mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und 2005 für den Friedrich-Glauser-Preis in der sparte Debüt nominiert
ISBN 9783946312307
Print-Ausgabe: 9,99 € (A: 10,40 €)
E-Book: 6,99 €
E-Book ohne Anmeldung kaufen

Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach lebt in Essen und wurde in Neuwied am Rhein geboren. Die Filmwissenschaftlerin, (Drehbuch-)Autorin, Journalistin, Übersetzerin und Dozentin handelt nach dem Motto "Besser gut erfunden als schlecht erinnert". Im Fall dieser rund 110 Seiten langen Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" – ihr Debut als Krimi-Autorin – mit großem Erfolg. Bis heute hat Mischa Bach zahlreiche Romane, Theaterstücke und Fernsehdrehbücher geschrieben und gib nun ihr Wissen und ihre Erfahrung als Dozentin und Dramturgin weiter.
LESEPROBE
Ich liebe den Fluss. Vater Rhein nennen ihn manche, und die Touristen sind ganz verliebt in seine Schiffe und seine Ufer, seine Weinbaugebiete und seine Burgen. Aber das ist es nicht. Ich liebe den Fluss wegen der Geschichten, die er zu mir bringt, selbst, wenn die meisten davon alles andere als schön sind. Ophelia nennen mich meine Kollegen, denn es sind die Geschichten seiner Toten.
Bald werde ich nicht mehr den leisen Stimmen lauschen können, die sich zu Erzählungen jenseits der weiß-grün-stahlfarbenen, sauberen Welt der Gerichtsmedizin verweben. Ich hatte in der Zeitung gelesen, die Regierung wolle unser Institut wie auch einige andere schließen. Zu teuer hieß es offiziell, aber ich denke, niemand will die Geschichten der Toten hören. Und ich, die ich vor über einem Jahr im Fluss meine eigene Geschichte verloren hatte, ich wäre dann noch einsamer in der eigenartigen Schwärze, dem Nichts meines Gedächtnisses. Zugleich schien es passend, nach der Schließung nicht mehr zu wissen, was aus mir wird. Denn nicht zu wissen, was gewesen war, meine Amnesie, war für mich ein zweites Zuhause geworden. Das war gut so, auch wenn es weder Polizei noch Ärzte begriffen: Man hatte mich aus dem Fluss gezogen, ein Selbstmordversuch hieß es. Dafür hatte es sicher gute Gründe gegeben – es war also folgerichtig, sich nicht zu erinnern. Die Frau, die es mal gegeben haben musste, die Frau ohne Namen, die in keinem Vermisstenregister auftauchte, die Frau, die sterben wollte, war tatsächlich tot. An ihrer Stelle gab es mich, Ophelia, die sonderbare Helferin in der Bonner Gerichtsmedizin, Ophelia, die Schweigende, die die Stimmen der Toten hört, die der Fluss ihr bringt. Oder doch bis jetzt gehört hatte …
Plötzlich hört das Schaukeln auf. Kein wiegendes Wasser mehr, und das Wirbeln der Schiffsschrauben wird zu rhythmischem Scheuern auf einer Kiesbank. Dann, nach einer unbestimmten, unbestimmbaren Weile wiederum Bewegung, Geräusche, wirr, verwirrend, ich bin dem Fluss entrissen!
Ich war allein im Institut, als sie ihn mir brachten; ich bin immer die erste, die kommt, und die letzte, die geht. Der junge Mann konnte nicht lange im Wasser gelegen haben, sein Körper war noch nicht bis an seine Grenzen aufgequollen. Im Gegenteil, er sah aus, als wäre er eben erst in der Badewanne eingeschlafen.
Ich füllte die Papiere für die Überstellung aus – alle Flussleichen kommen hierher. Schließlich erleiden die wenigsten einen Herzinfarkt oder dergleichen, während sie am Ufer stehen, und fallen danach unbemerkt und ohne dass sie jemand vermisst ins Wasser. Eine natürliche Todesursache ist da selten, und selbst bei Unfällen und Selbsttötungen gibt es zu viele offene Fragen. Ich informierte die diensthabende Gerichtsmedizinerin über unseren morgendlichen Gast, dann setzte ich mich zu ihm und betrachtete ihn lange.
Der Fluss hatte ihn sich früh geholt, er war vielleicht Mitte zwanzig, das Alter, auf das sie mich schätzten. Seine feuchte Haut war blass, schon beinahe bleich. Er hatte schwarzes, kurzes Haar mit ein paar langen, blauen Strähnen, die ihm im Gesicht klebten. Vorsichtig schob ich sie beiseite und sah seine Augen, die dunkel und warm gewesen sein mussten. Jetzt hatten sie den eigenartig wissenden Ausdruck derjenigen, die ihren Tod in aller Klarheit gesehen haben. Sein Lächeln dagegen war kaum als solches zu erkennen. Jedenfalls war es kein Lächeln, das ich je auf dem Gesicht eines Lebenden gesehen hatte. Manchmal sah ich dieses seltsam-wissende Lächeln, wenn mich mein Spiegelbild im Vorübergehen in einer der blank geputzten Flächen des Instituts erwischte. Manchmal sahen es auch die Kollegen, sie zuckten dann zurück und versuchten, das Schaudern mit einem Witz abzutun:
»Vielleicht hättest du dich lieber Mona Lisa nennen sollen«, sagten sie dann manchmal, und ich wusste nie, ließ das Erschrecken sie jedes Mal vergessen, dass sie diesen Satz und den folgenden bereits wiederholt geäußert hatten? Denn wie die Flut auf die Ebbe, so folgte unweigerlich der Zusatz:
»La Gioconda, die ihr eigenes Geheimnis vergessen hat, das wär doch was!«
Damit stellten sie, zumeist lachend, für sich den Normalzustand der Dinge wieder her. Ich lachte meist höflich mit und schüttelte innerlich doch den Kopf. Es waren die Brüche, Momente wie diese, die mir klarmachten, wenn ich schon einen Namen haben musste, dann Ophelia – Ophelia, die, zurückgewiesen von Hamlet, isoliert durch seinen Wahn, den Tod im Wasser sucht und findet. Mich hatte der Tod zwar nicht gewollt, dafür war es, als hätte mir der Fluss zum Abschied das Totenlächeln geschenkt.
Autorenfoto: Stephan von Kobloch
Eine bewegende literarische Novelle, dicht und stimmungsvoll geschrieben
Die Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" wurde 2001 mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und 2005 für den Friedrich-Glauser-Preis in der sparte Debüt nominiert
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Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach lebt in Essen und wurde in Neuwied am Rhein geboren. Die Filmwissenschaftlerin, (Drehbuch-)Autorin, Journalistin, Übersetzerin und Dozentin handelt nach dem Motto "Besser gut erfunden als schlecht erinnert". Im Fall dieser rund 110 Seiten langen Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" – ihr Debut als Krimi-Autorin – mit großem Erfolg. Bis heute hat Mischa Bach zahlreiche Romane, Theaterstücke und Fernsehdrehbücher geschrieben und gib nun ihr Wissen und ihre Erfahrung als Dozentin und Dramturgin weiter.
LESEPROBE
Ich liebe den Fluss. Vater Rhein nennen ihn manche, und die Touristen sind ganz verliebt in seine Schiffe und seine Ufer, seine Weinbaugebiete und seine Burgen. Aber das ist es nicht. Ich liebe den Fluss wegen der Geschichten, die er zu mir bringt, selbst, wenn die meisten davon alles andere als schön sind. Ophelia nennen mich meine Kollegen, denn es sind die Geschichten seiner Toten.
Bald werde ich nicht mehr den leisen Stimmen lauschen können, die sich zu Erzählungen jenseits der weiß-grün-stahlfarbenen, sauberen Welt der Gerichtsmedizin verweben. Ich hatte in der Zeitung gelesen, die Regierung wolle unser Institut wie auch einige andere schließen. Zu teuer hieß es offiziell, aber ich denke, niemand will die Geschichten der Toten hören. Und ich, die ich vor über einem Jahr im Fluss meine eigene Geschichte verloren hatte, ich wäre dann noch einsamer in der eigenartigen Schwärze, dem Nichts meines Gedächtnisses. Zugleich schien es passend, nach der Schließung nicht mehr zu wissen, was aus mir wird. Denn nicht zu wissen, was gewesen war, meine Amnesie, war für mich ein zweites Zuhause geworden. Das war gut so, auch wenn es weder Polizei noch Ärzte begriffen: Man hatte mich aus dem Fluss gezogen, ein Selbstmordversuch hieß es. Dafür hatte es sicher gute Gründe gegeben – es war also folgerichtig, sich nicht zu erinnern. Die Frau, die es mal gegeben haben musste, die Frau ohne Namen, die in keinem Vermisstenregister auftauchte, die Frau, die sterben wollte, war tatsächlich tot. An ihrer Stelle gab es mich, Ophelia, die sonderbare Helferin in der Bonner Gerichtsmedizin, Ophelia, die Schweigende, die die Stimmen der Toten hört, die der Fluss ihr bringt. Oder doch bis jetzt gehört hatte …
Plötzlich hört das Schaukeln auf. Kein wiegendes Wasser mehr, und das Wirbeln der Schiffsschrauben wird zu rhythmischem Scheuern auf einer Kiesbank. Dann, nach einer unbestimmten, unbestimmbaren Weile wiederum Bewegung, Geräusche, wirr, verwirrend, ich bin dem Fluss entrissen!
Ich war allein im Institut, als sie ihn mir brachten; ich bin immer die erste, die kommt, und die letzte, die geht. Der junge Mann konnte nicht lange im Wasser gelegen haben, sein Körper war noch nicht bis an seine Grenzen aufgequollen. Im Gegenteil, er sah aus, als wäre er eben erst in der Badewanne eingeschlafen.
Ich füllte die Papiere für die Überstellung aus – alle Flussleichen kommen hierher. Schließlich erleiden die wenigsten einen Herzinfarkt oder dergleichen, während sie am Ufer stehen, und fallen danach unbemerkt und ohne dass sie jemand vermisst ins Wasser. Eine natürliche Todesursache ist da selten, und selbst bei Unfällen und Selbsttötungen gibt es zu viele offene Fragen. Ich informierte die diensthabende Gerichtsmedizinerin über unseren morgendlichen Gast, dann setzte ich mich zu ihm und betrachtete ihn lange.
Der Fluss hatte ihn sich früh geholt, er war vielleicht Mitte zwanzig, das Alter, auf das sie mich schätzten. Seine feuchte Haut war blass, schon beinahe bleich. Er hatte schwarzes, kurzes Haar mit ein paar langen, blauen Strähnen, die ihm im Gesicht klebten. Vorsichtig schob ich sie beiseite und sah seine Augen, die dunkel und warm gewesen sein mussten. Jetzt hatten sie den eigenartig wissenden Ausdruck derjenigen, die ihren Tod in aller Klarheit gesehen haben. Sein Lächeln dagegen war kaum als solches zu erkennen. Jedenfalls war es kein Lächeln, das ich je auf dem Gesicht eines Lebenden gesehen hatte. Manchmal sah ich dieses seltsam-wissende Lächeln, wenn mich mein Spiegelbild im Vorübergehen in einer der blank geputzten Flächen des Instituts erwischte. Manchmal sahen es auch die Kollegen, sie zuckten dann zurück und versuchten, das Schaudern mit einem Witz abzutun:
»Vielleicht hättest du dich lieber Mona Lisa nennen sollen«, sagten sie dann manchmal, und ich wusste nie, ließ das Erschrecken sie jedes Mal vergessen, dass sie diesen Satz und den folgenden bereits wiederholt geäußert hatten? Denn wie die Flut auf die Ebbe, so folgte unweigerlich der Zusatz:
»La Gioconda, die ihr eigenes Geheimnis vergessen hat, das wär doch was!«
Damit stellten sie, zumeist lachend, für sich den Normalzustand der Dinge wieder her. Ich lachte meist höflich mit und schüttelte innerlich doch den Kopf. Es waren die Brüche, Momente wie diese, die mir klarmachten, wenn ich schon einen Namen haben musste, dann Ophelia – Ophelia, die, zurückgewiesen von Hamlet, isoliert durch seinen Wahn, den Tod im Wasser sucht und findet. Mich hatte der Tod zwar nicht gewollt, dafür war es, als hätte mir der Fluss zum Abschied das Totenlächeln geschenkt.
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Autorenfoto: Stephan von Kobloch
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Schreibregel der Woche

© Autorenfoto: Hocky Neubert
Beim Schreiben eines Romans ist man als Autor mit seinem Werk weitgehend allein. Vielleicht gibt es ein Lektorat, dem man in Etappen die frisch geschriebenen Kapitel zukommen lässt und von dem man daraufhin zwischendurch einige Rückmeldungen bekommt. Doch im Prinzip werkelt man am Romanprojekt allein vor sich hin...
Das muss man aushalten können, und es erfordert eine gewisse Arbeitsdisziplin. Ist beides gegeben, erlebt man eine schöne, erfüllende Tätigkeit. In welchem Beruf darf man sonst so ausgiebig über alles nachdenken, nach eigenem Ermessen Handlungen gestalten, Figuren formen und Welten erschaffen? Ja, ein Autor hat es gut.
Solange man nicht übers Geld redet.
Dass es für die allermeisten Autorinnen und Autoren eine ziemliche Herausforderung bedeutet, von ihren Buchtantiemen zu leben, habe ich ja bereits mehrfach erwähnt. Deshalb sind viele Autorinnen und Autoren scharf darauf, ihr Werk verfilmt zu sehen. Denn für Filmrechte wird bezahlt.
Bezahlt wird auch die Entwicklung des Drehbuchs, und das, hoffen die Prosa-Autoren, das könnte man als Verfasser der literarischen Romanvorlage gleich selbst erledigen. Nicht wenige spekulieren gleich darauf, quasi nebenbei außer anspruchsvoller Literatur ein paar gutbezahlte Drehbücher fürs Fernsehen zu verfassen. So etwas wie diesen seichten Mist, der auf sämtlichen TV-Programmen läuft, rotzt man doch locker an einem freien Wochenende hin – denken sie.
Verkannt wird dabei, dass Drehbücher hierzulande auf ganz andere Art und Weise entstehen als Romane. Wie Romanautoren arbeiten, ist im ersten Absatz dieses Kapitels noch einmal in Kurzfassung zu lesen. Drehbuchautoren sind dagegen Mannschaftsspieler, die nicht allein ihre eigenen Ideen verfolgen, sondern auch (nicht selten leider: vor allem) auf die Vorschläge und Anweisungen ihrer Auftraggeber eingehen müssen, um schließlich alle Positionen möglichst geschmeidig zu einer konsensfähigen Geschichte zu verarbeiten.
Neue Filmideen oder Ideen für neue TV-Serien werden von Produktionsfirmen oder Fernsehsendern, manchmal auch von Autoren, stets mit voller Begeisterung angeschoben. Die meisten dieser Projekte rutschen in einem Frühstadium ihrer Entwicklung von irgendeiner Schreibtischplatte irgendeines Entscheiders direkt in den Papierkorb. Oft genug erfährt man als Autor nicht einmal den Grund dafür. Auf jedes verfilmte Drehbuch, das ich in meinem Dasein geschrieben habe, kommen nach meiner Rechnung vier bis fünf solcher Mülltonnen-Projekte, für die es in manchen Fällen nicht mal ein Honorar gab. Diese Erfahrung machen auch andere, unter Kollegen spricht man durchaus darüber.
Gehen wir jedoch davon aus, es gelingt Ihnen, als Drehbuchautor/in für eine Serie angefragt zu werden. Die Serie läuft bereits seit einigen Jahren erfolgreich im TV, Sie dürfen also zuversichtlich erwarten, dass die neuen Folgen, von denen Sie eine oder sogar mehrere schreiben dürfen, auch gedreht und sogar gesendet werden. Das ist gut, denn Ihr Honorar wird höchstwahrscheinlich in Raten ausbezahlt, die an bestimmte Entwicklungsschritte gebunden sind, beispielsweise: Abnahme des Exposés, Abgabe der 1. Drehbuchfassung, Abnahme der Endfassung, Drehbeginn, Termin der Erstausstrahlung.
Es kommt übrigens vor, dass etwas gedreht, aber nie gesendet wird. Dann bleibt die finale Autorenhonorar-Rate leider aus. Auch bei allen anderen Honorar-Etappen kann die Filmproduktion als Auftraggeber die Reißleine ziehen. Das Exposé oder die Drehbuchfassung sind nicht zufriedenstellend? Alles wirkt unfertig und die Zeit drängt? Schon wird das Projekt anderen Autoren übergeben, für den ursprünglichen Autor treiben die weiteren Honorar-Raten den Bach hinunter.
Aber Ihnen passiert das nicht. Sie haben einen geradezu klassischen Drehbuchauftrag. Eine Arzt-Serie im Vorabendprogramm eines großen Senders. Der Sender ist sozusagen Oberauftraggeber. Er gibt einer Produktionsfirma eine vertraglich festgelegte Geldsumme. Diese Produktionsfirma stellt dafür das Filmteam zusammen, engagiert Schauspieler, Kameraleute, Regisseure und kümmert sich auch um die Entwicklung der Drehbücher.
Als Autor/in müssen Sie jeden Entwicklungsschritt Ihres Drehbuchs mit Vertretern der Produktionsfirma (Producer/in) und des Senders (Redakteur/in) besprechen. Erst, wenn beide Seiten diesen Entwicklungsschritt abgenommen haben, dürfen Sie den nächsten gehen.
Wenn es gut läuft, sind Ihnen Producer und Redakteur eine große Hilfe, die, vielleicht aufgrund langer Erfahrung, Schwachstellen Ihres Drehbuchs erkennen und konstruktiv verbessern. Glücklich ist der Autor, der so etwas erleben darf.
Läuft es mies, braten Sie im Fegefeuer der Eitelkeiten.
Dann geht es möglicherweise nur vordergründig um Ihr Drehbuch. Tatsächlich werden vielleicht Machtkämpfe zwischen Produktion und Sender ausgetragen. Oder Ihre Folge muss einfach billiger produziert werden, weil die beiden davor mehr gekostet haben als geplant und die Firma schließlich auch Geld verdienen will. Oder der Regisseur (optional: der Serienheld-Hauptdarsteller) nimmt an der Drehbuchbesprechung teil und äußert Sonderwünsche. Die werfen zwar Ihr Buch komplett über den Haufen, aber niemand wagt dem großen Künstler zu widersprechen, weil der gerade einen Fernsehpreis abgeräumt oder mit dem Intendanten geschlafen hat.
Es gibt jede Menge Knüppel, die man Drehbuchautoren zwischen die Beine werfen kann.
Leider.
Sollten Sie sich trotzdem in diesem Metier durchbeißen wollen, helfen diese Ratschläge:
– Sie dürfen eigene Ideen haben, aber sollten uneitel damit umgehen. Möchten die Auftraggeber lieber doch keine Krankenschwester als Hauptfigur, sondern einen Oberförster – dann kriegen sie einen Oberförster.
– Es gilt nicht die Drehbuchfassung, die Sie am besten finden – sondern die, mit der Ihre Auftraggeber zufrieden sind.
– Sie halten sich strikt an die Vorgaben, die Ihnen durchs Serienformat und den Sendeplatz gesetzt sind. Also: Keine kostenrahmensprengenden Pyrotechnik-Effekte im James-Bond-Stil, keine Zombie-Geschichten und Kettensägenkiller im Vorabendprogramm.
– Sie halten unbedingt alle Abgabetermine ein. Am planmäßigen Drehbuchnachschub hängt ein großes Team von Spezialisten, jeder geplatzte Drehtag kostet richtig Geld.
– Schreibblockaden oder kreative Sinnkrisen kommen vor, gelten beim Drehbuchschreiben aber nicht als offizielle Ausrede. Wer (möglicherweise wiederholt) Termine platzen lässt, ist ganz schnell raus aus diesem Geschäft.
Vor allem müssen Drehbuchschreiber Druck aushalten können und trotzdem denk- und arbeitsfähig bleiben. Man schreibt eben nicht, wie vielleicht bei einem Roman, eine schöne Geschichte und die bleibt dann so, wie sie ist. Man schreibt eine Drehbuchfassung, die man selbst gut findet – sonst würde man sie ja wohl kaum abgeben. Dann kommen Leute, die manchmal mit, manchmal leider auch ohne Sinn und Verstand alles zerpflücken. Man schippt seufzend die Trümmer zusammen und puzzelt eine neue Drehbuchfassung zurecht.
Das Spielchen wiederholt sich drei-, vier- oder fünfmal. Ich habe einige verfilmte Drehbücher in Erstfassung abgenommen bekommen (kommt nicht so oft vor, großes Eigenlob!). Allerdings habe ich auch schon mal eine achte Fassung geschrieben, das war alles andere als witzig.
Die härteste Prüfung durchlitt ich allerdings gleich zum Anfang meiner Laufbahn als Drehbuchautor.
Ich schrieb meine erste Folge im Rahmen einer großen TV-Krankenhaus-Saga. Die erste Drehbuchfassung stieß auf Lob, musste aber noch überarbeitet werden. Nach der zweiten Fassung gab es noch mehr Kritik. Von der Qualität meiner dritten Fassung war ich selbst absolut überzeugt.
Dann bat mich der Producer zur Buchbesprechung.
„Also“, eröffnete er, „Bild 27, die Szene mit der Laborantin. Das ist wirklich stark. Die Situation ist irre komisch, die Dialoge sind auf dem Punkt, großartig. Bild 27 finde ich richtig gut!“
Fand ich auch, ich freute mich. Dann kam der Hammer:
„Alle anderen Bilder finde ich leider Scheiße.“
Warum genau, konnte mir der Mann leider nicht sagen. Ich wankte aus der Besprechung. Die Ansage des Producers lautete: Letzte Chance – in 48 Stunden liegt das Drehbuch in akzeptabler Endfassung vor oder ich wäre raus.
Ich schwöre, ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. Ich finde auch heute noch, meine Endfassung, die ich damals tatsächlich innerhalb der geforderten Frist zusammengehauen habe, ist vielleicht etwas anders, aber nicht signifikant besser oder schlechter geworden als die Fassung davor. Aber sie hat den Producer überzeugt, und ich durfte noch weitere Folgen dieser Serie schreiben.
Immerhin verschaffte mir dieses Erlebnis die Erfahrung, dass ich selbst unter Druck zur Not meinem inneren Autopiloten beim Schreiben den Stift in die Hand drücken kann. Trotzdem: Das Schreiben eines Drehbuchs kann langwierig sein. Weil es eben dabei nicht allein auf den Schreiber ankommt.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Deine Geschichte ist deine Schöpfung und wird nach deinem Ermessen gestaltet. Es könnte durchaus länger als sieben Tage dauern.
von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Beim Schreiben eines Romans ist man als Autor mit seinem Werk weitgehend allein. Vielleicht gibt es ein Lektorat, dem man in Etappen die frisch geschriebenen Kapitel zukommen lässt und von dem man daraufhin zwischendurch einige Rückmeldungen bekommt. Doch im Prinzip werkelt man am Romanprojekt allein vor sich hin...
Das muss man aushalten können, und es erfordert eine gewisse Arbeitsdisziplin. Ist beides gegeben, erlebt man eine schöne, erfüllende Tätigkeit. In welchem Beruf darf man sonst so ausgiebig über alles nachdenken, nach eigenem Ermessen Handlungen gestalten, Figuren formen und Welten erschaffen? Ja, ein Autor hat es gut.
Solange man nicht übers Geld redet.
Dass es für die allermeisten Autorinnen und Autoren eine ziemliche Herausforderung bedeutet, von ihren Buchtantiemen zu leben, habe ich ja bereits mehrfach erwähnt. Deshalb sind viele Autorinnen und Autoren scharf darauf, ihr Werk verfilmt zu sehen. Denn für Filmrechte wird bezahlt.
Bezahlt wird auch die Entwicklung des Drehbuchs, und das, hoffen die Prosa-Autoren, das könnte man als Verfasser der literarischen Romanvorlage gleich selbst erledigen. Nicht wenige spekulieren gleich darauf, quasi nebenbei außer anspruchsvoller Literatur ein paar gutbezahlte Drehbücher fürs Fernsehen zu verfassen. So etwas wie diesen seichten Mist, der auf sämtlichen TV-Programmen läuft, rotzt man doch locker an einem freien Wochenende hin – denken sie.
Verkannt wird dabei, dass Drehbücher hierzulande auf ganz andere Art und Weise entstehen als Romane. Wie Romanautoren arbeiten, ist im ersten Absatz dieses Kapitels noch einmal in Kurzfassung zu lesen. Drehbuchautoren sind dagegen Mannschaftsspieler, die nicht allein ihre eigenen Ideen verfolgen, sondern auch (nicht selten leider: vor allem) auf die Vorschläge und Anweisungen ihrer Auftraggeber eingehen müssen, um schließlich alle Positionen möglichst geschmeidig zu einer konsensfähigen Geschichte zu verarbeiten.
Neue Filmideen oder Ideen für neue TV-Serien werden von Produktionsfirmen oder Fernsehsendern, manchmal auch von Autoren, stets mit voller Begeisterung angeschoben. Die meisten dieser Projekte rutschen in einem Frühstadium ihrer Entwicklung von irgendeiner Schreibtischplatte irgendeines Entscheiders direkt in den Papierkorb. Oft genug erfährt man als Autor nicht einmal den Grund dafür. Auf jedes verfilmte Drehbuch, das ich in meinem Dasein geschrieben habe, kommen nach meiner Rechnung vier bis fünf solcher Mülltonnen-Projekte, für die es in manchen Fällen nicht mal ein Honorar gab. Diese Erfahrung machen auch andere, unter Kollegen spricht man durchaus darüber.
Gehen wir jedoch davon aus, es gelingt Ihnen, als Drehbuchautor/in für eine Serie angefragt zu werden. Die Serie läuft bereits seit einigen Jahren erfolgreich im TV, Sie dürfen also zuversichtlich erwarten, dass die neuen Folgen, von denen Sie eine oder sogar mehrere schreiben dürfen, auch gedreht und sogar gesendet werden. Das ist gut, denn Ihr Honorar wird höchstwahrscheinlich in Raten ausbezahlt, die an bestimmte Entwicklungsschritte gebunden sind, beispielsweise: Abnahme des Exposés, Abgabe der 1. Drehbuchfassung, Abnahme der Endfassung, Drehbeginn, Termin der Erstausstrahlung.
Es kommt übrigens vor, dass etwas gedreht, aber nie gesendet wird. Dann bleibt die finale Autorenhonorar-Rate leider aus. Auch bei allen anderen Honorar-Etappen kann die Filmproduktion als Auftraggeber die Reißleine ziehen. Das Exposé oder die Drehbuchfassung sind nicht zufriedenstellend? Alles wirkt unfertig und die Zeit drängt? Schon wird das Projekt anderen Autoren übergeben, für den ursprünglichen Autor treiben die weiteren Honorar-Raten den Bach hinunter.
Aber Ihnen passiert das nicht. Sie haben einen geradezu klassischen Drehbuchauftrag. Eine Arzt-Serie im Vorabendprogramm eines großen Senders. Der Sender ist sozusagen Oberauftraggeber. Er gibt einer Produktionsfirma eine vertraglich festgelegte Geldsumme. Diese Produktionsfirma stellt dafür das Filmteam zusammen, engagiert Schauspieler, Kameraleute, Regisseure und kümmert sich auch um die Entwicklung der Drehbücher.
Als Autor/in müssen Sie jeden Entwicklungsschritt Ihres Drehbuchs mit Vertretern der Produktionsfirma (Producer/in) und des Senders (Redakteur/in) besprechen. Erst, wenn beide Seiten diesen Entwicklungsschritt abgenommen haben, dürfen Sie den nächsten gehen.
Wenn es gut läuft, sind Ihnen Producer und Redakteur eine große Hilfe, die, vielleicht aufgrund langer Erfahrung, Schwachstellen Ihres Drehbuchs erkennen und konstruktiv verbessern. Glücklich ist der Autor, der so etwas erleben darf.
Läuft es mies, braten Sie im Fegefeuer der Eitelkeiten.
Dann geht es möglicherweise nur vordergründig um Ihr Drehbuch. Tatsächlich werden vielleicht Machtkämpfe zwischen Produktion und Sender ausgetragen. Oder Ihre Folge muss einfach billiger produziert werden, weil die beiden davor mehr gekostet haben als geplant und die Firma schließlich auch Geld verdienen will. Oder der Regisseur (optional: der Serienheld-Hauptdarsteller) nimmt an der Drehbuchbesprechung teil und äußert Sonderwünsche. Die werfen zwar Ihr Buch komplett über den Haufen, aber niemand wagt dem großen Künstler zu widersprechen, weil der gerade einen Fernsehpreis abgeräumt oder mit dem Intendanten geschlafen hat.
Es gibt jede Menge Knüppel, die man Drehbuchautoren zwischen die Beine werfen kann.
Leider.
Sollten Sie sich trotzdem in diesem Metier durchbeißen wollen, helfen diese Ratschläge:
– Sie dürfen eigene Ideen haben, aber sollten uneitel damit umgehen. Möchten die Auftraggeber lieber doch keine Krankenschwester als Hauptfigur, sondern einen Oberförster – dann kriegen sie einen Oberförster.
– Es gilt nicht die Drehbuchfassung, die Sie am besten finden – sondern die, mit der Ihre Auftraggeber zufrieden sind.
– Sie halten sich strikt an die Vorgaben, die Ihnen durchs Serienformat und den Sendeplatz gesetzt sind. Also: Keine kostenrahmensprengenden Pyrotechnik-Effekte im James-Bond-Stil, keine Zombie-Geschichten und Kettensägenkiller im Vorabendprogramm.
– Sie halten unbedingt alle Abgabetermine ein. Am planmäßigen Drehbuchnachschub hängt ein großes Team von Spezialisten, jeder geplatzte Drehtag kostet richtig Geld.
– Schreibblockaden oder kreative Sinnkrisen kommen vor, gelten beim Drehbuchschreiben aber nicht als offizielle Ausrede. Wer (möglicherweise wiederholt) Termine platzen lässt, ist ganz schnell raus aus diesem Geschäft.
Vor allem müssen Drehbuchschreiber Druck aushalten können und trotzdem denk- und arbeitsfähig bleiben. Man schreibt eben nicht, wie vielleicht bei einem Roman, eine schöne Geschichte und die bleibt dann so, wie sie ist. Man schreibt eine Drehbuchfassung, die man selbst gut findet – sonst würde man sie ja wohl kaum abgeben. Dann kommen Leute, die manchmal mit, manchmal leider auch ohne Sinn und Verstand alles zerpflücken. Man schippt seufzend die Trümmer zusammen und puzzelt eine neue Drehbuchfassung zurecht.
Das Spielchen wiederholt sich drei-, vier- oder fünfmal. Ich habe einige verfilmte Drehbücher in Erstfassung abgenommen bekommen (kommt nicht so oft vor, großes Eigenlob!). Allerdings habe ich auch schon mal eine achte Fassung geschrieben, das war alles andere als witzig.
Die härteste Prüfung durchlitt ich allerdings gleich zum Anfang meiner Laufbahn als Drehbuchautor.
Ich schrieb meine erste Folge im Rahmen einer großen TV-Krankenhaus-Saga. Die erste Drehbuchfassung stieß auf Lob, musste aber noch überarbeitet werden. Nach der zweiten Fassung gab es noch mehr Kritik. Von der Qualität meiner dritten Fassung war ich selbst absolut überzeugt.
Dann bat mich der Producer zur Buchbesprechung.
„Also“, eröffnete er, „Bild 27, die Szene mit der Laborantin. Das ist wirklich stark. Die Situation ist irre komisch, die Dialoge sind auf dem Punkt, großartig. Bild 27 finde ich richtig gut!“
Fand ich auch, ich freute mich. Dann kam der Hammer:
„Alle anderen Bilder finde ich leider Scheiße.“
Warum genau, konnte mir der Mann leider nicht sagen. Ich wankte aus der Besprechung. Die Ansage des Producers lautete: Letzte Chance – in 48 Stunden liegt das Drehbuch in akzeptabler Endfassung vor oder ich wäre raus.
Ich schwöre, ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. Ich finde auch heute noch, meine Endfassung, die ich damals tatsächlich innerhalb der geforderten Frist zusammengehauen habe, ist vielleicht etwas anders, aber nicht signifikant besser oder schlechter geworden als die Fassung davor. Aber sie hat den Producer überzeugt, und ich durfte noch weitere Folgen dieser Serie schreiben.
Immerhin verschaffte mir dieses Erlebnis die Erfahrung, dass ich selbst unter Druck zur Not meinem inneren Autopiloten beim Schreiben den Stift in die Hand drücken kann. Trotzdem: Das Schreiben eines Drehbuchs kann langwierig sein. Weil es eben dabei nicht allein auf den Schreiber ankommt.
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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
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Autoren live: Tatort-Schreibtisch-Hörbuch der Woche
Jan Schröter: "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte ..."
Tom Schröder will Autor werden! Ein berühmter Autor, das klappt garantiert, ist Tom sich sicher. Dass der Weg zum Erfolg ihn auf jede Menge Abwege führt, macht die Sache kompliziert...
Egal, ob als Blumenverkäufer auf dem Hamburger Isemarkt oder in den Dünen mit Doro, zwischen Textilschmugglerinnen in Südamerika oder auf Drehbuch-Recherche in Australien, Toms schräger Charme schlägt noch in verlorensten Lebenslagen durch - bis ihn Romane und Drehbücher fast das Leben kosten ...
Wer kann einen autobiographischen Roman besser lesen als der Autor selbst? Das hier ist der Beweis!
»Jan Schröter ist ein Spezialist für existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
ISBN 9783946312345
Hörbuch zum Download: 9,99 €
Hörbuch ohne Anmeldung kaufen

Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Ergänzend zu dem Roman »Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte …« hat Jan Schröter ein zweites Buch geschrieben: »Jan Schröters Goldene Schreibregeln«. In diesem Werk lässt er die Leser hinter die Kulissen des professionellen Schreibens und des Lebens als Autor blicken, natürlich mit einer satten Portion Humor und höchst unterhaltsam.
Autorenportrait von Jan Schröter
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
Wer kann einen autobiographischen Roman besser lesen als der Autor selbst? Das hier ist der Beweis!
»Jan Schröter ist ein Spezialist für existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
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Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Ergänzend zu dem Roman »Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte …« hat Jan Schröter ein zweites Buch geschrieben: »Jan Schröters Goldene Schreibregeln«. In diesem Werk lässt er die Leser hinter die Kulissen des professionellen Schreibens und des Lebens als Autor blicken, natürlich mit einer satten Portion Humor und höchst unterhaltsam.
Autorenportrait von Jan Schröter
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
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Tatort-Schreibtisch-Autor der Woche
Wir kennen uns jetzt seit vier Jahrzehnten. "Kennen“? Diesen sehr eigenwilligen, ungewöhnlichen Querdenker, der so ganz anders lebt als ich und so ganz anderes schreibt als andere?
Jedenfalls haben wir uns vor 40 Jahren kennengelernt, sind uns vertraut geworden, begegnen uns immer wieder auf Formentera, der magischen Insel, die uns beiden so gut tut. Nach abenteuerlichem Herumreisen ist er hier sesshaft geworden, und er führt in einer urtümlichen Finca bewusst ein sehr einfaches Leben – den unpolierten Schreibtisch nur acht Gehminuten vom Mittelmeer entfernt.
Nur ein-, zweimal im Jahr zieht es ihn in seine alte Heimat nach Duisburg. Hier wie dort kennt er sich genauestens aus, bleibt somit in dem, was er schreibt, immer authentisch – im Sinne von "bei sich selbst sein", ungekünstelt, echt, offen und entspannt.
Seine auf Formantera wie in Duisburg spielenden Krimis sind – wie ihr Autor – gegen den Strich gebürstet, witzig und erfrischend. Sein wiederholt aktualisierter Reiseführer vermittelt auf ganz ungewöhnliche Art Zugang zu den Geheimnissen der Insel.
Dass Niklaus Schmid für seine Kurzgeschichte „Müntefering singt“ eine ganz besondere Auszeichnung erhalten hat, ist für mich nachvollziehbar. Der oft trocken wirkende SPD-Politiker mit seinem rollenden sauerländischen „Rrr“ als zwitschernder Vogel – schon der Titel genauso skurril wie die Story mit ihrer zündenden Idee und der verblüffenden Pointe.
Ich habe übrigens jahrelang mit dem Politiker Franz Müntefering zu tun gehabt und freue mich darüber, dass er meinem Freund Nik so herzlich und zu recht zu dessen Preis gratuliert hat.
Knut Terjung war viele Jahre lang ZDF-Journalist und lebt so wie Niklaus Schmid auf Formentera
Niklaus Schmid ist Tatort-Schreibtisch-Autor und hat für die Rubrik "Tatort-Schreibtisch - Ausgezeichnet!" den preisgekrönten Kurzkrimi "Müntefering singt" beigesteuert.
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Niklaus Schmid: Zwischen Ruhrpott und Sonneninsel
Ein Autorenporträt von Knut TerjungWir kennen uns jetzt seit vier Jahrzehnten. "Kennen“? Diesen sehr eigenwilligen, ungewöhnlichen Querdenker, der so ganz anders lebt als ich und so ganz anderes schreibt als andere?
Jedenfalls haben wir uns vor 40 Jahren kennengelernt, sind uns vertraut geworden, begegnen uns immer wieder auf Formentera, der magischen Insel, die uns beiden so gut tut. Nach abenteuerlichem Herumreisen ist er hier sesshaft geworden, und er führt in einer urtümlichen Finca bewusst ein sehr einfaches Leben – den unpolierten Schreibtisch nur acht Gehminuten vom Mittelmeer entfernt.
Nur ein-, zweimal im Jahr zieht es ihn in seine alte Heimat nach Duisburg. Hier wie dort kennt er sich genauestens aus, bleibt somit in dem, was er schreibt, immer authentisch – im Sinne von "bei sich selbst sein", ungekünstelt, echt, offen und entspannt.
Seine auf Formantera wie in Duisburg spielenden Krimis sind – wie ihr Autor – gegen den Strich gebürstet, witzig und erfrischend. Sein wiederholt aktualisierter Reiseführer vermittelt auf ganz ungewöhnliche Art Zugang zu den Geheimnissen der Insel.
Dass Niklaus Schmid für seine Kurzgeschichte „Müntefering singt“ eine ganz besondere Auszeichnung erhalten hat, ist für mich nachvollziehbar. Der oft trocken wirkende SPD-Politiker mit seinem rollenden sauerländischen „Rrr“ als zwitschernder Vogel – schon der Titel genauso skurril wie die Story mit ihrer zündenden Idee und der verblüffenden Pointe.
Ich habe übrigens jahrelang mit dem Politiker Franz Müntefering zu tun gehabt und freue mich darüber, dass er meinem Freund Nik so herzlich und zu recht zu dessen Preis gratuliert hat.
Knut Terjung war viele Jahre lang ZDF-Journalist und lebt so wie Niklaus Schmid auf Formentera
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