Herzlich willkommen!
Sie schreiben ein Buch oder ein Theaterstück? Sie arbeiten an einem Drehbuch oder an einer Kurzgeschichte? Glückwunsch! Schreiben ist eines der schönsten Dinge der Welt! Aber es ist auch eine der einsamsten und schwierigsten Beschäftigungen, wenn man alleine vor seinem Text sitzt, ohne Hilfe, ohne Unterstützung.Das will Tatort-Schreibtisch ändern!
Von den Profis lernen – das ist die Logline unserer Autoreninitiative. Erfahrene und erfolgreiche Schreib-Profis berichten auf dieser Webseite von ihrer Arbeit und verraten Ihnen Tipps und Tricks, mit denen Sie auf dem Buchmarkt oder im Drehbuchgeschäft erfolgreich sind.
Das Herz unserer Initiative ist das Autorenpaten-Programm. Hier bieten Ihnen über 40 renommierte und professionell schreibende Autorinnen und Autoren an, Sie und Ihr Schreibprojekt mit ihrem Wissen und ihrem Rat zu begleiten.
Mit unserem Autorenpaten-Programm sind wir Partner des innovativen Verlagsprojektes Woobooks. Alle Manukripte, für die bei einem unserer Autorenpaten und -patinnen eine Manuskripteinschätzung gebucht wurde, haben die Chance auf eine Verlagsveröffentlichung.
In unserer Rubrik "Tatort -Schreibtisch: Ausgezeichnet!" präsentieren wir preisgekrönte oder preisnominierte Kurzgeschichten, die den jeweiligen Autoren große Beachtung verschafft haben - zum Nachlesen und zum Mut machen.
Ergänzt wird unsere Seite durch verschiedene Rubriken: zum Beispiel die "Frage der Woche", die "Schreibregel der Woche" oder auch der "Tatort der Woche", in der bekannte Autoren ihren Arbeitsplatz vorstellen.
In der Rubrik Über Tatort-Schreibtisch erklären wir kurz, wie die Webseite funktioniert, in der Rubrik FAQ beantworten wir alle Fragen zu unserem Autorenpaten-Programm.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr
Markus Stromiedel

Markus Stromiedel ist Autor und Drehbuchautor und Initiator von "Tatort-Schreibtisch"
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Profiautoren als Ratgeber
Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wollten
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin telefoniert mit Ihnen und gibt Ihnen Antworten auf Ihre Fragen zu Verlagen, zur Buchbranche, zur Kino- und Fernsehlandschaft oder der Theaterwelt.
Einschätzung Ihres Textes / Buches / Drehbuches
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest Ihr Exposé und sichtet Ihre Bewerbungsunterlagen und gibt Ihnen anschließend schriftlich eine genaue Rückmeldung, an welchen Punkten Sie noch arbeiten müssen, damit ihre Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur Erfolgschancen hat. Auf Wunsch können Sie anschließend mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Exposé und die Bewerbung sprechen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.
Individuelles Patenprogramm
Bei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Autorenpaten-Programm
Das Programm und die Preise im Detail
Das sind die Autorenpaten
Manuskript für das Autorenpatenprogramm einreichen
Hilfe durch das Autorenpaten-Programm
Im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch haben Sie die Möglichkeit, sich für Ihr aktuelles Schreibprojekt eine professionelle Autorin oder einen erfolgreichen Autor als Ratgeber an Ihre Seite zu holen. Das Angebot reicht vom Info-Gespräch über die fachliche Einschätzung Ihres Manuskriptes bis zur Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agentur-Bewerbung. Alle Autorenpaten sind erfahrene Schreib-Profis, die ihre Texte erfolgreich in Verlagen veröffentlichen, häufig preisgekrönt sind und z.T. auch als Dozenten lehren. Tatort-Schreibtisch ist Partner von Woobooks.Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wollten
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Einschätzung Ihres Textes / Buches / Drehbuches
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest Ihr Exposé und sichtet Ihre Bewerbungsunterlagen und gibt Ihnen anschließend schriftlich eine genaue Rückmeldung, an welchen Punkten Sie noch arbeiten müssen, damit ihre Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur Erfolgschancen hat. Auf Wunsch können Sie anschließend mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Exposé und die Bewerbung sprechen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.
Individuelles Patenprogramm
Bei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
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Autorenpatin der Woche
Gabriele Keiser (alias Gabriele Korn-Steinmetz) kennt die Profession des Schreibens von mehreren Seiten: ...
Gabriele Keiser
Autorenpatin für ProsaGabriele Keiser (alias Gabriele Korn-Steinmetz) kennt die Profession des Schreibens von mehreren Seiten: ...
als Autorin, als studierte
Literaturwissenschaftlerin und als Lektorin. Ihr Hauptaktionsfeld ist
die Kriminalgeschichte, insbesondere der Regiokrimi – zehn
Kriminalromane
hat sie bisher veröffentlicht.
Wichtig sind ihr stimmige Charaktere, Authentizität und gründliche
Recherche. Neben ihrer Arbeit als Autorin und Lektorin ist sie für
einige kleinere Verlage als Beraterin tätig, außerdem leitet sie
regelmäßig einen VHS-Schreibkurs.
Die frühere Vorsitzende des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS)
Rheinland-Pfalz hat im Rahmen dieses Amtes die Rheinland-Pfälzischen
Literaturtage mit organisiert und verschiedene Jury-Tätigkeiten
wahrgenommen.
Gabriele Keiser ist eine der Paten im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.
Bibliographie (Auswahl):
Prosa:
Kaltnacht, Gmeiner Verlag
Goldschiefer, Gmeiner Verlag
Vulkanpark, Gmeiner Verlag
Engelskraut, Gmeiner Verkag
Außerdem sind von ihr zahlreiche Kurzkrimis in verschiedenen Verlagen erschienen.
Auszeichnungen:
Kulturförderpreis des Landkreises Mayen-Koblenz 2014
Stipendium Tatort Töwerland 2012
zum Autorenpaten-Programm
Autorenfoto: Sandra Jungen
Gabriele Keiser ist eine der Paten im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.
Bibliographie (Auswahl):
Prosa:
Kaltnacht, Gmeiner Verlag
Goldschiefer, Gmeiner Verlag
Vulkanpark, Gmeiner Verlag
Engelskraut, Gmeiner Verkag
Außerdem sind von ihr zahlreiche Kurzkrimis in verschiedenen Verlagen erschienen.
Auszeichnungen:
Kulturförderpreis des Landkreises Mayen-Koblenz 2014
Stipendium Tatort Töwerland 2012
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Tatort der Woche
Da ich oft auf Reisen bin, um auf der Bühne zu stehen oder zu unterrichten, schreibe ich an vielen Orten: in der Bahn, in Hotelzimmern, in Cafés und Restaurants. Aber mein…
Denk-Küche
von Sebastian FuchsDa ich oft auf Reisen bin, um auf der Bühne zu stehen oder zu unterrichten, schreibe ich an vielen Orten: in der Bahn, in Hotelzimmern, in Cafés und Restaurants. Aber mein…
liebster Schreib-Ort ist dieser. Hier entstehen die konzentriertesten Arbeiten. Nach Tagen des Unterwegs-Seins komme ich in meiner Küche wirklich im Denken an.
Mehr Informationen über das Buch "Hört mir jemand zu"
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Frage der Woche

Auf Deutsch heißt Plot Point „Wendepunkt“, und damit bezeichnet man ein Ereignis, das eine Geschichte grundlegend wendet und ihr so eine neue Richtung gibt. Plot Points gehören damit zu den Pfeilern, auf denen der Spannungsbogen ruht, man zählt sie zum klassischen Autorenhandwerkszeug. Aristoteles beschrieb sie vor rund 2000 Jahren in seiner Dramentheorie, und von dort aus fanden sie in den 1970er Jahren über Syd Fields Drehbuch-Ratgeber Eingang in diverse Modelle zum Drehbuchschreiben. Heute findet man ihre Spuren in den meisten Schreibschulen und -programmen, denn aus Autorensicht sind sie vor allem eines: Hilfsmittel beim Plotten, also dem Ausdenken und Planen von Geschichten.
Sie sagen, dass Sie sich niemals beim Schreiben Ihrer Texte über Wendepunkte Gedanken machen und das auch nicht brauchen? Wer noch nie ein Problem mit dem Spannungsbogen seiner Story hatte, wer sich noch nie in den schier endlosen Möglichkeiten verirrt hat, die eine Geschichte gerade am Anfang darstellt, der braucht weder Plot Points zu kennen noch diesen Text zu lesen. Allerdings, auch dann schadet es nicht, zu verstehen, was man gerade macht …
Hier nun ein erstes, simples Beispiel in Sachen Plot Points:
Nehmen wir als Ausgangspunkt unserer Beispiel-Geschichte das universelle Thema „Mann liebt Frau“. Folgt darauf „Frau liebt Mann“, wäre das im wahren Leben schön, doch für eine Geschichte ziemlich langweilig. Was aber wäre, wenn sie ihn nicht oder nicht mehr liebt, worauf seine Freunde beschließen, dass der liebeskranke Jungspund auf andere Gedanken gebracht werden muss? Sie ersinnen also einen Streich: Gemeinsam werden sie eine fremde Party sprengen, und zwar eine Party bei diesen Snobs, diesen Blödmännern, zu denen die Freunde und unsere Hauptfigur sonst möglichst großen Abstand halten.
Und da passiert es dann: Romeo verliebt sich in Julia, die einzige Frau, die er nicht lieben darf, denn ihrer beiden Familien sind bis aufs Blut verfeindet. Aus der Leidenspose wird echte Liebe – das Blatt hat sich gewendet, und nun wird die Sache spannend, denn plötzlich geht es um alles. Kann die Liebe den Hass überwinden? Das ist die neue Frage, die den Plot bestimmt, und wir sind dank des Plot Points nun im zweiten Akt.
Denn das gehört zu den Aufgaben von Plot Point I und Plot Point II: ersterer bringt den Übergang in den zweiten Akt hervor, in dem dann all die Konflikte, die im ersten Akt angelegt werden, so richtig schön ausgebreitet werden und dabei immer weiter hochkochen. Plot Point II dagegen markiert das Ende des zweiten Aktes und damit den Übergang in den Showdown des dritten Aktes.
In Shakespeares Romeo und Julia ist der Plot Point II übrigens die heimliche Hochzeit des Paares. Die bewirkt nämlich, dass Romeo zu Beginn des dritten Aktes versucht, im Streit zwischen seinem Freund Mercutio und Tybalt – als Julias Cousin in den Augen der Welt Romeos Feind, aber dank der Hochzeit ja nun sein Verwandter – zu vermitteln. Das geht gründlich schief, wie man weiß: Erst tötet Tybalt Mercutio, dann Romeo Tybalt, und Romeo hat Glück, anschließend nur verbannt und nicht dem Henker zugeführt zu werden.
Das, was in einer Liebesgeschichte das Happy End wäre – die Hochzeit –, ist in dieser Liebestragödie der perfekte zweite Plot Point. Das verweist auf einen anderen Aspekt insbesondere von Plot Point II: die sogenannte Fallhöhe. Aus dem Himmel der erfüllten Liebe stürzt Plot Point II die Liebenden durch den dritten Akt in den Abgrund des Todes. Tiefer kann man kaum fallen.
Nehmen wir als zweites Beispiel Macbeth, auch von Shakespeare, auch sehr dramatisch. Nachdem er König Duncan erschlagen und dessen Krone an sich gerissen hat, er seine Gegner scharenweise umbrachte und seine Frau sich ob der resultierenden Schuldgefühle das Leben nahm, hat Macbeth doch Muffensausen, ob er damit durchkommen wird. Also begibt er sich noch einmal zu den Hexen, deren Weissagungen am Anfang seinen Ehrgeiz weckten. Diesmal hört er von ihnen, dass seine Burg Dunsinane sicher sei, solange nicht der Wald von Birnam zu ihr käme. Außerdem könne ihn kein Mensch, von einem Weib geboren, schaden. Klingt gut, oder?
Macbeth wähnt sich daraufhin jedenfalls in Sicherheit. Aber dann marschieren plötzlich Macduffs Soldaten getarnt mit Zweigen und Ästen auf die Burg zu. Noch immer hält sich Macbeth für ungefährdet – bis ihm Macduff im finalen Zweikampf steckt, dass er per Kaiserschnitt zur Welt kam. Und kurz darauf ist Macbeth tot.
Beide Beispiele zeigen zum einen, dass Plot Points idealerweise nur dem Anschein nach eindeutig sein sollten, und zum anderen, dass ihre Art vom Genre abhängig ist: in Tragödien befinden sich die Helden in Plot Point II auf dem (scheinbaren) Höhepunkt ihres Erfolges, näher kann man dem Himmel praktisch nicht kommen. In Komödien und allen anderen Geschichten mit Happy End sind dagegen Held oder Heldin im Plot Point II schier unendlich weit von der Erfüllung ihrer Träume entfernt – sagen wir, es geht um die große Liebe, dann ist sie soeben mit seinem besten Freund vor den Altar getreten, und er hat ein Schweigegelübde in einem weit entfernten einsamen Kloster abgelegt.
Das Prinzip funktioniert natürlich auch bei Werken mit mehr als drei Akten oder ganz ohne solchen, denn das mit den drei Akten ist im übertragenen Sinne zu verstehen: Sehr vereinfacht gesagt, ist Plot Point I das, was eine Geschichte aus ihrem Anfang (der Exposition) in ihre Mitte – den großen, wichtigen Teil, in dem all die bis dato nur angedeuteten, angelegten Konflikte ausgelebt werden – befördert. Und Plot Point II, sein Gegenstück, dreht die Geschichte aus der Mitte Richtung Ende, das heißt, Richtung Auflösung aller Konflikte und ungelöster Fragen.
Noch einmal anders ausgedrückt: Im Thriller, ob als Film oder Buch, ist Plot Point II oft der Punkt, an dem der bis dato größte, ja einzig sicher und vertrauenswürdig geglaubte Helfer des Helden ermordet wird oder sich als Verbündeter des Täters (wenn nicht gleich als dieser) entpuppt. In Actionfilmen folgt auf Plot Point II oftmals die größte, wildeste Verfolgungsjagd aller Zeiten ...
In welchem Medium man seine Geschichte auch erzählt, in welchem Genre man sie auch verortet, die Grundspannung ruht dabei immer auf diesen beiden Wendepunkten: Der erste gibt einer scheinbar gradlinig verlaufenden Sache plötzlich einen ganz anderen Dreh – Macbeth erhebt sich gegen Duncan, Romeo verliebt sich in Julia, oder der bisherige Tatverdächtige taucht im Krimi als zweites Mordopfer auf. Der zweite Plot Point dagegen leitet in den Showdown, also die spannend gewendete Zuspitzung und Auflösung der Konflikte, ein – Macbeth wiegt sich mit der Prophezeiung der Hexen in falscher Sicherheit, Romeos heimliche Heirat mit Julia bringt ihn in eine unmögliche Situation im Streit der beiden Familien, und die Polizei kennt jetzt zwar den Täter, aber er verschanzt mit einer Geisel.
Wenn Sie sich gerade bang fragen, wo denn die Plot Points bei Ihrer veröffentlichten Geschichte XYZ sind, keine Sorge! Ich musste selbst eine ganze Weile für diesen Text nachdenken, wo denn bei meinem Romandebüt Der Tod ist ein langer, trüber Fluss die Plot Points sitzen.
Wenn Sie Der Tod ist ein langer, trüber Fluss noch nicht gelesen haben und das noch tun möchten, den kursiv gesetzten Teil nicht lesen – ACHTUNG, SPOILERGEFAHR!
Einfach ist es, in meiner Geschichte den Plot Point I zu markieren: nämlich, wenn Ophelia die 'Komfortzone' in der Bonner Gerichtsmedizin verlässt und sich auf die Suche nach der Identität des unbekannten Toten macht. Aber was genau markiert diese Wende? Dass sie die Sachen des Toten aus dem Institut mitnimmt? Oder ist es tatsächlich erst der Moment, wenn sich der Tote in ihren Traum drängt? Der Showdown nach dem Plot Point II beginnt dann mit der Erkenntnis, dass Täter und Opfer nicht nur Vater und Sohn sind, sondern auch Drogenfahnder und Drogensüchtiger.
Grämen Sie sich nicht, wenn sich die Praxis nicht immer mit der Theorie überein bringen lässt. Mein zweiter Roman Rattes Gift zum Beispiel begann sein Leben als Drehbuchprojekt. Obwohl ich den Stoff konsequent durchgeplottet hatte, bevor ich auch nur die erste Filmszene und sehr viel später die Prosafassung schrieb, fällt es mir rückblickend schwer zu sagen, wo genau die Plot Points sitzen.
Und das zeigt auch, dass Plot Points ein Stück weit Interpretationssache sind – und das wiederum erlaubt, sie beim Plotten der eigenen Geschichten als Hilfsmittel zu verwenden, das mir dient und dem nicht ich mich unterordnen muss. Ich kann mit Hilfe der Plot Points für mich ausprobieren, wie ich die Geschichte erzählen will, und erfahre dabei möglicherweise, was für eine Geschichte es eigentlich ist. Einfach, indem ich mir anschaue, was passiert, wenn das, was ich für den Anfangspunkt meiner Geschichte halte, Plot Point I wird – oder umgekehrt, wenn ich aus meinem vermeintlichen Plot Point den Anfang meiner Geschichte mache. Und wie sieht es mit Plot Point II aus? Passt der wirklich zum Ende, d.h. ist die Fallhöhe ausreichend? Überhaupt, beziehen sich die Plot Points sowie Anfang und Ende tatsächlich auf dieselbe Figur, die dann bitteschön auch meine Hauptfigur sein sollte?
Ich weiß, man sollte Fragen nicht mit Fragen beantworten. Aber wenn Sie nicht nur theoretisch wissen wollen, was Plot Points sind, sondern dieses Wissen auf Ihre Geschichte anwenden möchten, kommen wir nicht darum herum. Dann sind Plot Points nämlich auch so etwas wie Fragen, die Sie an Ihre Geschichte stellen sollten: Welches Ereignis gibt meinem Plot eine Wendung? Wie wichtig ist es für die Handlung, für die Hauptfigur, für das Thema meiner Geschichte?
Setzen Sie sich also an Ihre eigene Geschichte und finden Sie raus, ob Sie deren Spannungspotenzial optimal genutzt haben – und ob Sie wirklich schon das erzählen, was Sie eigentlich erzählen wollen.
Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach ist nicht nur Autorin und Drehbuchautorin, sondern auch Dramatikerin, Übersetzerin und Sachbuchautorin. Ihre einfühlsamen und präzisen Texte wurden mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und für den Glauser-Preis nominiert. Die promovierte Filmwissenschaftlerin arbeitet außerdem als Dozentin und als Lektorin, unterrichtet Literaturwissenschaft an der Universität Essen und gibt immer wieder Schreibkurse für werdende Autoren.
Was sind eigentlich Plot Points?
von Mischa Bach

Die gute Nachricht vorweg: Jede funktionierende, spannende Geschichte
hat Plot Points, weshalb sie auch jeder von uns kennt – selbst, wenn
manch Autor meinen mag, Plot Points seien ungefähr so schwer zu erkennen
wie der G-Punkt.
Sie sagen, dass Sie sich niemals beim Schreiben Ihrer Texte über Wendepunkte Gedanken machen und das auch nicht brauchen? Wer noch nie ein Problem mit dem Spannungsbogen seiner Story hatte, wer sich noch nie in den schier endlosen Möglichkeiten verirrt hat, die eine Geschichte gerade am Anfang darstellt, der braucht weder Plot Points zu kennen noch diesen Text zu lesen. Allerdings, auch dann schadet es nicht, zu verstehen, was man gerade macht …
Hier nun ein erstes, simples Beispiel in Sachen Plot Points:
Nehmen wir als Ausgangspunkt unserer Beispiel-Geschichte das universelle Thema „Mann liebt Frau“. Folgt darauf „Frau liebt Mann“, wäre das im wahren Leben schön, doch für eine Geschichte ziemlich langweilig. Was aber wäre, wenn sie ihn nicht oder nicht mehr liebt, worauf seine Freunde beschließen, dass der liebeskranke Jungspund auf andere Gedanken gebracht werden muss? Sie ersinnen also einen Streich: Gemeinsam werden sie eine fremde Party sprengen, und zwar eine Party bei diesen Snobs, diesen Blödmännern, zu denen die Freunde und unsere Hauptfigur sonst möglichst großen Abstand halten.
Und da passiert es dann: Romeo verliebt sich in Julia, die einzige Frau, die er nicht lieben darf, denn ihrer beiden Familien sind bis aufs Blut verfeindet. Aus der Leidenspose wird echte Liebe – das Blatt hat sich gewendet, und nun wird die Sache spannend, denn plötzlich geht es um alles. Kann die Liebe den Hass überwinden? Das ist die neue Frage, die den Plot bestimmt, und wir sind dank des Plot Points nun im zweiten Akt.
Denn das gehört zu den Aufgaben von Plot Point I und Plot Point II: ersterer bringt den Übergang in den zweiten Akt hervor, in dem dann all die Konflikte, die im ersten Akt angelegt werden, so richtig schön ausgebreitet werden und dabei immer weiter hochkochen. Plot Point II dagegen markiert das Ende des zweiten Aktes und damit den Übergang in den Showdown des dritten Aktes.
In Shakespeares Romeo und Julia ist der Plot Point II übrigens die heimliche Hochzeit des Paares. Die bewirkt nämlich, dass Romeo zu Beginn des dritten Aktes versucht, im Streit zwischen seinem Freund Mercutio und Tybalt – als Julias Cousin in den Augen der Welt Romeos Feind, aber dank der Hochzeit ja nun sein Verwandter – zu vermitteln. Das geht gründlich schief, wie man weiß: Erst tötet Tybalt Mercutio, dann Romeo Tybalt, und Romeo hat Glück, anschließend nur verbannt und nicht dem Henker zugeführt zu werden.
Das, was in einer Liebesgeschichte das Happy End wäre – die Hochzeit –, ist in dieser Liebestragödie der perfekte zweite Plot Point. Das verweist auf einen anderen Aspekt insbesondere von Plot Point II: die sogenannte Fallhöhe. Aus dem Himmel der erfüllten Liebe stürzt Plot Point II die Liebenden durch den dritten Akt in den Abgrund des Todes. Tiefer kann man kaum fallen.
Nehmen wir als zweites Beispiel Macbeth, auch von Shakespeare, auch sehr dramatisch. Nachdem er König Duncan erschlagen und dessen Krone an sich gerissen hat, er seine Gegner scharenweise umbrachte und seine Frau sich ob der resultierenden Schuldgefühle das Leben nahm, hat Macbeth doch Muffensausen, ob er damit durchkommen wird. Also begibt er sich noch einmal zu den Hexen, deren Weissagungen am Anfang seinen Ehrgeiz weckten. Diesmal hört er von ihnen, dass seine Burg Dunsinane sicher sei, solange nicht der Wald von Birnam zu ihr käme. Außerdem könne ihn kein Mensch, von einem Weib geboren, schaden. Klingt gut, oder?
Macbeth wähnt sich daraufhin jedenfalls in Sicherheit. Aber dann marschieren plötzlich Macduffs Soldaten getarnt mit Zweigen und Ästen auf die Burg zu. Noch immer hält sich Macbeth für ungefährdet – bis ihm Macduff im finalen Zweikampf steckt, dass er per Kaiserschnitt zur Welt kam. Und kurz darauf ist Macbeth tot.
Beide Beispiele zeigen zum einen, dass Plot Points idealerweise nur dem Anschein nach eindeutig sein sollten, und zum anderen, dass ihre Art vom Genre abhängig ist: in Tragödien befinden sich die Helden in Plot Point II auf dem (scheinbaren) Höhepunkt ihres Erfolges, näher kann man dem Himmel praktisch nicht kommen. In Komödien und allen anderen Geschichten mit Happy End sind dagegen Held oder Heldin im Plot Point II schier unendlich weit von der Erfüllung ihrer Träume entfernt – sagen wir, es geht um die große Liebe, dann ist sie soeben mit seinem besten Freund vor den Altar getreten, und er hat ein Schweigegelübde in einem weit entfernten einsamen Kloster abgelegt.
Das Prinzip funktioniert natürlich auch bei Werken mit mehr als drei Akten oder ganz ohne solchen, denn das mit den drei Akten ist im übertragenen Sinne zu verstehen: Sehr vereinfacht gesagt, ist Plot Point I das, was eine Geschichte aus ihrem Anfang (der Exposition) in ihre Mitte – den großen, wichtigen Teil, in dem all die bis dato nur angedeuteten, angelegten Konflikte ausgelebt werden – befördert. Und Plot Point II, sein Gegenstück, dreht die Geschichte aus der Mitte Richtung Ende, das heißt, Richtung Auflösung aller Konflikte und ungelöster Fragen.
Noch einmal anders ausgedrückt: Im Thriller, ob als Film oder Buch, ist Plot Point II oft der Punkt, an dem der bis dato größte, ja einzig sicher und vertrauenswürdig geglaubte Helfer des Helden ermordet wird oder sich als Verbündeter des Täters (wenn nicht gleich als dieser) entpuppt. In Actionfilmen folgt auf Plot Point II oftmals die größte, wildeste Verfolgungsjagd aller Zeiten ...
In welchem Medium man seine Geschichte auch erzählt, in welchem Genre man sie auch verortet, die Grundspannung ruht dabei immer auf diesen beiden Wendepunkten: Der erste gibt einer scheinbar gradlinig verlaufenden Sache plötzlich einen ganz anderen Dreh – Macbeth erhebt sich gegen Duncan, Romeo verliebt sich in Julia, oder der bisherige Tatverdächtige taucht im Krimi als zweites Mordopfer auf. Der zweite Plot Point dagegen leitet in den Showdown, also die spannend gewendete Zuspitzung und Auflösung der Konflikte, ein – Macbeth wiegt sich mit der Prophezeiung der Hexen in falscher Sicherheit, Romeos heimliche Heirat mit Julia bringt ihn in eine unmögliche Situation im Streit der beiden Familien, und die Polizei kennt jetzt zwar den Täter, aber er verschanzt mit einer Geisel.
Wenn Sie sich gerade bang fragen, wo denn die Plot Points bei Ihrer veröffentlichten Geschichte XYZ sind, keine Sorge! Ich musste selbst eine ganze Weile für diesen Text nachdenken, wo denn bei meinem Romandebüt Der Tod ist ein langer, trüber Fluss die Plot Points sitzen.
Wenn Sie Der Tod ist ein langer, trüber Fluss noch nicht gelesen haben und das noch tun möchten, den kursiv gesetzten Teil nicht lesen – ACHTUNG, SPOILERGEFAHR!
Einfach ist es, in meiner Geschichte den Plot Point I zu markieren: nämlich, wenn Ophelia die 'Komfortzone' in der Bonner Gerichtsmedizin verlässt und sich auf die Suche nach der Identität des unbekannten Toten macht. Aber was genau markiert diese Wende? Dass sie die Sachen des Toten aus dem Institut mitnimmt? Oder ist es tatsächlich erst der Moment, wenn sich der Tote in ihren Traum drängt? Der Showdown nach dem Plot Point II beginnt dann mit der Erkenntnis, dass Täter und Opfer nicht nur Vater und Sohn sind, sondern auch Drogenfahnder und Drogensüchtiger.
Grämen Sie sich nicht, wenn sich die Praxis nicht immer mit der Theorie überein bringen lässt. Mein zweiter Roman Rattes Gift zum Beispiel begann sein Leben als Drehbuchprojekt. Obwohl ich den Stoff konsequent durchgeplottet hatte, bevor ich auch nur die erste Filmszene und sehr viel später die Prosafassung schrieb, fällt es mir rückblickend schwer zu sagen, wo genau die Plot Points sitzen.
Und das zeigt auch, dass Plot Points ein Stück weit Interpretationssache sind – und das wiederum erlaubt, sie beim Plotten der eigenen Geschichten als Hilfsmittel zu verwenden, das mir dient und dem nicht ich mich unterordnen muss. Ich kann mit Hilfe der Plot Points für mich ausprobieren, wie ich die Geschichte erzählen will, und erfahre dabei möglicherweise, was für eine Geschichte es eigentlich ist. Einfach, indem ich mir anschaue, was passiert, wenn das, was ich für den Anfangspunkt meiner Geschichte halte, Plot Point I wird – oder umgekehrt, wenn ich aus meinem vermeintlichen Plot Point den Anfang meiner Geschichte mache. Und wie sieht es mit Plot Point II aus? Passt der wirklich zum Ende, d.h. ist die Fallhöhe ausreichend? Überhaupt, beziehen sich die Plot Points sowie Anfang und Ende tatsächlich auf dieselbe Figur, die dann bitteschön auch meine Hauptfigur sein sollte?
Ich weiß, man sollte Fragen nicht mit Fragen beantworten. Aber wenn Sie nicht nur theoretisch wissen wollen, was Plot Points sind, sondern dieses Wissen auf Ihre Geschichte anwenden möchten, kommen wir nicht darum herum. Dann sind Plot Points nämlich auch so etwas wie Fragen, die Sie an Ihre Geschichte stellen sollten: Welches Ereignis gibt meinem Plot eine Wendung? Wie wichtig ist es für die Handlung, für die Hauptfigur, für das Thema meiner Geschichte?
Setzen Sie sich also an Ihre eigene Geschichte und finden Sie raus, ob Sie deren Spannungspotenzial optimal genutzt haben – und ob Sie wirklich schon das erzählen, was Sie eigentlich erzählen wollen.
Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach ist nicht nur Autorin und Drehbuchautorin, sondern auch Dramatikerin, Übersetzerin und Sachbuchautorin. Ihre einfühlsamen und präzisen Texte wurden mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und für den Glauser-Preis nominiert. Die promovierte Filmwissenschaftlerin arbeitet außerdem als Dozentin und als Lektorin, unterrichtet Literaturwissenschaft an der Universität Essen und gibt immer wieder Schreibkurse für werdende Autoren.
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Tatort-Schreibtisch-Buch der Woche
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln"
Der erfolgreiche Roman- und Drehbuchautor Jan Schröter verrät in diesem höchst vergnüglichen Schreibratgeber 22 Regeln, die ihm auf dem Weg zum Autor geholfen haben...Das ist nicht nur für werdende Autoren interessant, sondern auch
für alle, die mehr von der Welt erfahren möchten, in der sich Autoren
bewegen. Denn Schröter gibt nicht nur Schreibtipps, sondern er ergänzt
seine Ratschläge mit augenzwinkernden Berichten aus seinem Arbeitsleben.
Absolut lesenswert!
»Jan Schröter ist ein Spezialist für existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
Der ultimative Bericht aus der Autorenpraxis - amüsant und lehrreich!
ISBN 9783946312154
136 Seiten
Print-Ausgabe: 12 € (A: 12,40 €)
E-Book: 9,99 €
E-Book ohne Anmeldung kaufen
gedrucktes Buch kaufen

Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Autorenportrait von Jan Schröter
LESEPROBE
Vor einiger Zeit bat mich mein Verleger um einen kurzen Text darüber, wie ich ein Autor geworden bin. Er wusste damals bereits, dass ich diesbezüglich einige schillernde Geschichten zu bieten hatte. Und als ich meinen Text ablieferte, war uns beiden klar: Dies kann nur das erste Kapitel eines Romans sein.
Das wurde es dann auch. Der Roman „Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte … ich als russischer Arzt praktizierte, das Liebesleben einer Chefsekretärin beflügelte und trotzdem Autor wurde“ verpackt persönliche Erfahrungen in eine fiktive Rahmenhandlung. Zur Auflockerung, als „Running Gag“ und um zwischendurch immer mal wieder den Bezug zum Schreiben herzustellen, verpasste ich jedem Kapitel mindestens eine besondere, schrifttypisch abgesetzte Textzeile. In diesen Zeilen formulierte ich Schreibregeln, 22 griffige Thesen aus der Praxis des Autorendaseins.
Und als der Roman fertig war, meldete sich wieder mein Verleger.
„Diese Schreibregeln, die sind großartig! Damit musst du mir unbedingt noch ein Buch schreiben. Für unsere Berufskollegen und überhaupt für jeden, der sich für das Schreiben interessiert.“
Ich hasse die meisten pädagogischen Sachbücher. Und zwar aus Erfahrung, ich habe in grauer Vorzeit Erziehungswissenschaft studiert. Spätestens, wenn man konsterniert und allein vor einer voll aus dem Ruder gelaufenen Horde Achtklässler steht, wird einem bewusst, dass man 99 Prozent dieser Schlaubergerliteratur in die Tonne treten kann. Deshalb lautete meine Antwort:
„Die 22 Schreibregeln meine ich zwar durchaus ernst. Aber das ist weder in didaktisch durchdachter Reihenfolge sortiert, noch begründet es eine verbindliche Schreiblehre.“
„Schon klar“, antwortete mein Verleger, von meiner abwehrenden Haltung unbeeindruckt.
„Ich bin kein Literaturprofessor“, versuchte ich es noch einmal, „die Regeln decken sich mit meiner persönlichen Berufserfahrung, das ist alles. Ich möchte kein Schulbuch schreiben, sondern unterhaltsame Geschichten erzählen.“
„Mach das“, sprach mein Verleger gelassen. „Hauptsache, es geht dabei um die Schreibregeln. Ich bin mir sicher, du hast dazu etwas zu sagen.“
Und das haben Sie jetzt davon.
Ergänzend zu den »Goldenem Schreibregeln« hat Jan Schröter ein zweites Buch geschrieben, einen Roman, in dem er seinen Weg zum Autor bescheibt: »Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte …«
© Autorenfoto: Hocky Neubert
»Jan Schröter ist ein Spezialist für existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
Der ultimative Bericht aus der Autorenpraxis - amüsant und lehrreich!
ISBN 9783946312154
136 Seiten
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Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Autorenportrait von Jan Schröter
LESEPROBE
Vor einiger Zeit bat mich mein Verleger um einen kurzen Text darüber, wie ich ein Autor geworden bin. Er wusste damals bereits, dass ich diesbezüglich einige schillernde Geschichten zu bieten hatte. Und als ich meinen Text ablieferte, war uns beiden klar: Dies kann nur das erste Kapitel eines Romans sein.
Das wurde es dann auch. Der Roman „Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte … ich als russischer Arzt praktizierte, das Liebesleben einer Chefsekretärin beflügelte und trotzdem Autor wurde“ verpackt persönliche Erfahrungen in eine fiktive Rahmenhandlung. Zur Auflockerung, als „Running Gag“ und um zwischendurch immer mal wieder den Bezug zum Schreiben herzustellen, verpasste ich jedem Kapitel mindestens eine besondere, schrifttypisch abgesetzte Textzeile. In diesen Zeilen formulierte ich Schreibregeln, 22 griffige Thesen aus der Praxis des Autorendaseins.
Und als der Roman fertig war, meldete sich wieder mein Verleger.
„Diese Schreibregeln, die sind großartig! Damit musst du mir unbedingt noch ein Buch schreiben. Für unsere Berufskollegen und überhaupt für jeden, der sich für das Schreiben interessiert.“
Ich hasse die meisten pädagogischen Sachbücher. Und zwar aus Erfahrung, ich habe in grauer Vorzeit Erziehungswissenschaft studiert. Spätestens, wenn man konsterniert und allein vor einer voll aus dem Ruder gelaufenen Horde Achtklässler steht, wird einem bewusst, dass man 99 Prozent dieser Schlaubergerliteratur in die Tonne treten kann. Deshalb lautete meine Antwort:
„Die 22 Schreibregeln meine ich zwar durchaus ernst. Aber das ist weder in didaktisch durchdachter Reihenfolge sortiert, noch begründet es eine verbindliche Schreiblehre.“
„Schon klar“, antwortete mein Verleger, von meiner abwehrenden Haltung unbeeindruckt.
„Ich bin kein Literaturprofessor“, versuchte ich es noch einmal, „die Regeln decken sich mit meiner persönlichen Berufserfahrung, das ist alles. Ich möchte kein Schulbuch schreiben, sondern unterhaltsame Geschichten erzählen.“
„Mach das“, sprach mein Verleger gelassen. „Hauptsache, es geht dabei um die Schreibregeln. Ich bin mir sicher, du hast dazu etwas zu sagen.“
Und das haben Sie jetzt davon.
Ergänzend zu den »Goldenem Schreibregeln« hat Jan Schröter ein zweites Buch geschrieben, einen Roman, in dem er seinen Weg zum Autor bescheibt: »Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte …«
© Autorenfoto: Hocky Neubert
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Schreibregel der Woche

© Autorenfoto: Hocky Neubert
Als ich mich beruflich vollständig und ausschließlich aufs Schreiben einließ, befand ich mich schon jenseits meines 30. Lebensjahres und war Familienvater. Und da ich weder als Bestsellerautor startete noch über nennenswerte Kapitalreserven verfügte, geriet vor allem das erste Jahr meiner neuen Selbstberufung zum finanziellen Hürdenlauf...
Vor der Verlagswahl Schillers „Glocke“ lesen: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“.
von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Als ich mich beruflich vollständig und ausschließlich aufs Schreiben einließ, befand ich mich schon jenseits meines 30. Lebensjahres und war Familienvater. Und da ich weder als Bestsellerautor startete noch über nennenswerte Kapitalreserven verfügte, geriet vor allem das erste Jahr meiner neuen Selbstberufung zum finanziellen Hürdenlauf...
Ich konnte und kann mit dieser Art Druck ganz gut umgehen (eine Begabung, die für Autorinnen und Autoren noch überlebenswichtiger ist als ein begnadetes Schreibtalent). Aber alles hat seine Grenzen.
Ich war also zu dieser Zeit über jeden Schreiber-Job heilfroh. Auch über jenen, den mir ein Verleger anbot – für ein Honorar, dass meine Familie und mich immerhin einen Monat lang über Wasser halten würde. Es ging um die Überarbeitung einiger nicht ganz so gut gelungener Texte, die dringend für eine bereits terminierte Veröffentlichung benötigt wurden. Dieser Veröffentlichungstermin schien unbedingt eingehalten werden zu müssen, in dieser Hinsicht wirkte der Verleger einigermaßen panisch. Ich kannte ihn kaum. Aber insgesamt wirkte er seriös. Außerdem wusste ich, dass er gerade ein kleines Fotoarchiv aufgekauft hatte. Er schien gut im Geschäft zu sein, folgerte ich daraus. Ich unterschrieb einen Projektvertrag, erhielt eine Kopie davon und legte los.
Ich erledigte die Arbeit im vorgegebenen Zeitlimit, stellte meine Rechnung, doch die Honorarüberweisung blieb aus.
Ach ja, das liebe Geld, seufzte mein Verleger nur, als es mir nach etlichen Fehlversuchen endlich mal gelang, ihn telefonisch zu erreichen. Nun ja, fuhr er fort, so hoch sei die Summe ja nicht, eigentlich könnte ich morgen um 15 Uhr zu ihm kommen und das Honorar in bar abholen. Ich stand zur vereinbarten Zeit vor seiner Tür. Niemand öffnete auf mein Klingeln. Wir telefonierten erneut, es gab weitere Verabredungen zwecks Geldübergabe, sie scheiterten sämtlich. Ich ließ nicht locker – wie auch, das Geld war in meinem bescheidenen Haushalt fest eingeplant und quasi schon ausgegeben – und schaffte es irgendwann tatsächlich, den Verleger vor seiner Wohnung abzufangen und ihm einen Scheck in Höhe des vereinbarten Honorars abzuringen.
Ich eilte frohgemut zur Sparkasse und präsentierte der Mitarbeiterin meines Vertrauens die Beute. Die gute Frau kannte mich und vor allem meine finanzielle Lage schon länger. Sie ließ den Scheck auf dem Tresen liegen, ohne ihn zu berühren, seufzte gequält und atmete tief. Mehr kam erst mal nicht von ihr.
Mein Stimmungsbarometer sackte augenblicklich in den Skalenbereich Sturmwarnung.
„Was ist?“ wollte ich trotzdem wissen.
„Das darf ich Ihnen eigentlich nicht sagen“, wand sie sich. „Aber wenn ich diesen Scheck jetzt annehme, dann muss ich ihn auch buchen …“
„Prima. Deshalb bringe ich ihn ja her.“
„Nur, wenn ich diesen Scheck buche – dann platzt er. Und Sie bekommen Ihr Honorar nicht.“
„Bitte?“
„Ganz unter uns: Ich betreue auch die Konten dieses Herrn. Dieser Scheck ist nicht gedeckt. Stecken Sie den bloß wieder ein. Und sehen Sie zu, wie Sie auf andere Weise zu Ihrem Geld kommen.“
„Wie denn?“
Sie zuckte unglücklich mit den Achseln.
Ich steckte bedrückt das unnütze Papier ein und verließ das Geldinstitut, um daheim meinen Projektvertrag herauszusuchen und von einem Anwalt prüfen zu lassen. Zum Glück sah ich mir den Vertrag vorher noch einmal genau an: Auf meiner Kopie fehlte die Unterschrift des Verlegers.
Ich sah nur noch eine Möglichkeit, an mein Geld zu kommen.
Am Ende einer kurzen, wenngleich keineswegs schmerzlosen Konfrontation mit meinem betrügerischen Auftraggeber bilanzierte ich: eine eingetretene Tür, ein mit schlagenden Argumenten befeuertes Wortgefecht und die Barauszahlung meines Honorars in kleinen Scheinen, ergänzt mit Münzgeld aus einem notgeschlachteten Keramik-Sparschwein. Danach gingen wir auseinander und vermieden es künftig, dass sich unsere Wege kreuzten. Ich weiß also nicht, ob sich der Verleger wegen dieser unrühmlichen Episode schämt oder ob er sich überhaupt noch daran erinnert.
Ich zumindest bin alles andere als stolz darauf.
Egal, wie dringend man Geld benötigt: Verträge sollte man genau studieren, bevor man sie unterzeichnet. Und wenn letzteres geschieht, dann ist peinlichst darauf zu achten, dass der Vertragspartner ebenfalls seine Unterschrift leistet. Das sollte selbstverständlich sein, trotzdem ist mir dieser Fehler unterlaufen. Ihnen passiert das nicht – Sie haben nun von meiner gutgläubigen Dummheit gelesen und werden nicht die gleiche begehen. Abgemacht?
Um jedoch überhaupt einen Vertrag für etwas, das man geschrieben hat, angeboten zu bekommen, muss man erst einmal einen Vertragspartner finden. Einen Buchverlag für Ihren ersten Roman, zum Beispiel.
In Deutschland gibt es über zweitausend Verlage. Allein in Deutschland erscheinen Jahr für Jahr an die neunzigtausend neue Bücher. Darunter sind jede Menge Fach- und Sachbücher, doch auch wenn Sie Romane schreiben sollten, sind Sie nicht konkurrenzlos: Die Zahl der jährlichen Roman-Neuerscheinungen lag hierzulande zuletzt ziemlich stabil knapp über der Marke von vierzehntausend Titeln. Ein Literatur-Junkie, der sich absolut keinen neuen Roman entgehen lassen möchte, müsste also täglich 39 Bücher lesen, um stets am Ball zu bleiben. In Schaltjahren hätte er dann mal einen Tag frei, damit er sich beim Augenarzt eine neue Lesebrille verschreiben lassen kann.
Für die Leser ist die Auswahl an Büchern also riesengroß. Autoren können sich unter vielen Verlagen den zu ihnen passenden wählen. Verlage wiederum suchen sich programmkompatible Autoren aus der Masse zuverlässig nachwachsender Literaten heraus. Doch wie findet man zueinander?
Gute Frage. Große Frage.
Während vieler Jahre verbrachte ich die „Frankfurter Buchmesse“ am Stand eines befreundeten Verlegers. Manchmal schon deswegen, weil er gerade wieder ein neues Buch von mir herausgebracht hatte. Ansonsten aber, weil ich die Atmosphäre am Messestand liebe. Auf der Buchmesse genieße ich die Begegnungen mit den vielen Menschen, die sich professionell oder aus Leidenschaft (meistens beides) mit Literatur beschäftigen. Es sind oft wunderbare, erfreuliche Begegnungen. Leider trifft das nicht auf jede davon zu. Es gibt eine Situation, die jeder kennt, der für einen Verlag am Messestand steht. Eine Situation, die so gut wie immer allen Beteiligten peinlich ist und die eigentlich nie zu etwas führt. Nämlich folgende:
Vorsichtig pirscht sich JEMAND an den Messestand heran und nimmt Witterung auf. Mit dem Blick eines scheuen Rehs äugt JEMAND in alle Richtungen, taxiert die anderen Besucher, vor allem das Verlagspersonal am Stand. Um zunächst bloß nicht angesprochen zu werden, nimmt JEMAND nacheinander sämtliche am Stand ausgelegten Verlagstitel zur Hand und heuchelt inniges Interesse daran – selbst an dem abseitigen, völlig unverkäuflichen und lediglich aufgrund eines erheblichen Druckkostenzuschusses produziertem Buch über Quantenphysik, verfasst in unverständlichstem Fachchinesisch und nur deshalb hier präsent, weil leider versehentlich vom Verlagspraktikanten in die Messekiste gepackt.
JEMAND wartet geduldig den Moment ab, bis möglichst alle anderen Besucher weitergezogen sind und die nächsten noch am Nachbarstand herumlungern. Dann nimmt er einen längst von ihm angepeilten VERLAGSMITARBEITER aufs Korn.
JEMAND: „Arbeiten Sie hier?“
VERLAGSMITARBEITER: „Ja.“
JEMAND: „Schöne Bücher.“
VERLAGSMITARBEITER: „Danke.“
JEMAND: „Sind ein paar feine Romane dabei.“
VERLAGSMITARBEITER: Nickt nur ergeben, denn er weiß, was nun kommt.
JEMAND: „Wissen Sie, ich schreibe ja auch…“
VERLAGSMITARBEITER: Hat es längst geahnt und sagt nichts.
JEMAND: „Eigentlich bin ich hier auf der Messe, um einen Verlag zu finden, der mein Werk herausbringt.“
VERLAGSMITARBEITER denkt: Warum immer ich? – erkundigt sich trotzdem artig: „Um was geht es denn darin genau?“
JEMAND: „Das ist nicht so ganz einfach zu erklären. Aber ich hab’s dabei…“
Schon zieht JEMAND eifrig ein 600-Seiten-Skript aus Rucksack / Tasche / Plastiktüte. Wahnsinnsgeschichte, das sagen alle. Freunde / Verwandte / Nachbarn wären einhellig der Meinung, da könnte man glatt ein Buch draus machen. JEMAND redet und redet. Zunehmend Verzweiflung im Blick, die ganze Gestalt macht „Bittebitte“ – bis der VERLAGSMITARBEITER dem Anliegen mit wohltrainierter Standardformulierung die Absage erteilt. Hier sind drei der beliebtesten:
„So etwas entscheidet mein Chef, der ist aber nicht auf der Messe.“
„Ihr Roman ist sicher großartig. Leider wollen wir unser Verlagsprogramm demnächst auf Kochbücher umstellen.“
Und, je nach Verlagsgröße, entweder: „Wir sind nur ein kleiner Regionalverlag. Ihr Werk gehört unbedingt in einen großen Publikumsverlag. Die finden Sie sämtlich in der Halle XY.“
Oder: „Wir sind ein großer Publikumsverlag. Da geht Ihr Werk im Morast des Mainstreams verloren. Was Sie brauchen, ist ein kleiner, feiner Regionalverlag – finden Sie in der Halle YX.“
JEMAND zieht geschlagen von dannen, VERLAGSMITARBEITER atmet diskret auf.
Vielleicht ist jetzt leider der Literaturwelt ein Mensch abhandengekommen, der grandios gut schreiben kann. Und ein Verlag hat sich um die Chance gebracht, dessen bahnbrechendes Werk zu veröffentlichen, damit den Kassenschlager des Jahres zu liefern und endlich groß herauszukommen. Wahrscheinlich ist das nicht, aber man weiß es ja nie.
Bevor Sie also Ihren frisch vollendeten Roman an sämtlichen Ständen einer Buchmesse oder überhaupt jedem Verlag anbieten, dessen Adresse sich irgendwo recherchieren lässt, sollten Sie einige strategische Überlegungen anstellen.
Zuallererst diese: Für Autoren auf Verlagssuche gilt Ähnliches wie für Flirtwillige auf einer Dating-App. Wer sich wahllos überall anbietet, kriegt entweder gar keine(n) ab – oder eine(n), den man eigentlich nicht haben will. Man benötigt also bei der Verlagssuche (genau wie bei der Dating-App) vorab ein paar Anforderungs- und Ausschlusskriterien, um den Kandidatenkreis überschaubarer zu gestalten.
Beginnen wir bei Ihrem Produkt. Bevor Sie Ihren Roman anbieten, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie da zu Markte tragen. Angesichts der vierzehntausend jährlichen Roman-Neuerscheinungen deutschlandweit (plus der sicher noch ungleich höheren Dunkelziffer jener Romane, die hoffnungsvoll geschrieben, aber niemals auf dem Buchmarkt erscheinen), werden potentielle Verleger immer die Frage stellen, um was es in Ihrem Werk eigentlich geht. Und zwar, bevor sie sich die Mühe machen, die vorgelegten 600 Seiten (oder wie viele es auch immer sein mögen) selbst zu lesen oder von Verlagsmitarbeitern lesen zu lassen.
Ihre Antwort sollte dann möglichst überzeugend ausfallen. „Ein Mann, eine Frau, viel Hin und Her in der Liebe, aber am Ende wird alles gut“, eine solche Beschreibung trifft auf etliche Geschichten zu, ohne das Besondere der Ihren herauszustellen. Brechen Sie den Kern Ihrer Erzählung, die Konflikte Ihrer Hauptfiguren auf wenige, aussagekräftige Sätze herunter. Schreiben Sie diese Sätze auf, denn Sie werden sie brauchen: In jedem Anschreiben auf der Verlagssuche. Auch später, wenn Sie mit Veranstaltern kommunizieren, um Autorenlesungen zu vereinbaren. Oder mit Journalisten, die darüber berichten sollen, aber leider Ihren Roman vorher nicht lesen werden und deshalb über dessen Inhalt allzu leicht Unsinn verbreiten, sofern Sie ihnen nicht mit einem griffigen Kurztext eine gut verständliche Steilvorlage liefern. Lernen Sie diesen Kurztext getrost auswendig, dann haben Sie diese hilfreichen Formulierungen notfalls auch im Gespräch parat.
Weiterer Vorteil dieses Kurztextes: Sie wissen allerspätestens jetzt auch selber, was eigentlich das Besondere an Ihrem Roman ist. Das hilft Ihnen, den Kreis Ihrer potentiellen Verlagspartner enger zu ziehen.
Recherchieren Sie, welche Verlage Bücher im Programm haben, die thematisch nah an Ihrem Werk liegen. Vielleicht gibt es Autorinnen oder Autoren, mit denen Sie sich stilistisch wahlverwandt fühlen – dann schauen Sie, in welchem Verlagshaus diese Leute veröffentlichen. Erweitern Sie beim Besuch möglichst vieler Buchhandlungen Ihren Horizont über das Angebot auf dem Literaturfeld, das Sie selbst beackern möchten (oder schon beackert haben, falls Ihr Roman bereits geschrieben ist). Passionierte Online-Shopper und E-Book-User mögen das für Altmodisch halten. Es gibt jedoch genug Leser, die nach wie vor Wert auf Gedrucktes und Gebundenes legen, was sich in die Hand nehmen lässt. Und der Wert guter Verlagsarbeit auf diesem Gebiet lässt sich nicht im Internet, sondern vor allem in der Buchhandlung erfahren: Sind die Verlagstitel hier überhaupt präsent? Wie sind sie handwerklich gestaltet? Von chronischen Cover-Missgriffen bis hin zur sofortauflösenden Buchrücken-Billigstbindung gibt es einiges, was schief laufen kann und was man als Autor gerne wüsste, bevor man sein literarisches Baby in fremde Hände gibt.
Wenn Sie die Verlage, in denen Ihr Werk ein Zuhause finden könnte, eingegrenzt haben, dann versuchen Sie mehr über die Verlagshäuser herauszubekommen. Oder über den Kleinverlag, dessen spezielles Programm perfekt zu ihrem Buch passen würde.
Vermutlich ist jeder froh, für sein Erstlingswerk überhaupt einen Verlagspartner zu finden. Die Frage „großer Verlag“ oder „kleiner Verlag“ ist in dem Fall eher zweitrangig. Sollte man jedoch Ambitionen hegen, mehr als nur ein Buch zu schreiben oder gar eine Karriere als Literatur-Vollprofi anzustreben, stellt sich diese Frage schon. Ich kenne beides aus eigener Erfahrung und fasse hier einige „Für und wider“-Argumente zusammen, die mir wesentlich erscheinen. Entscheiden müssten Sie letztendlich selber. Welche Lösung die Bessere ist, lässt sich nicht eindeutig festlegen.
„Großer Verlag“ – was dafür spricht:
1. Durch das Renommee des etablierten Verlagsnamens wird der Autor automatisch als Profi wahrgenommen – von Kritikern, vom Buchhandel, von den Lesern. Sogar, wenn das Buch gar nicht so super ist.
2. Der „große Verlag“ deckt einen großen Markt ab. Sein Programm ist überall präsent, auch im deutschsprachigen Ausland. Die Stückzahl Ihrer ersten Taschenbuchauflage ist wahrscheinlich fünfstellig. Er verfügt über eine komplette Organisation. Es gibt sogar eine Presseabteilung, die Ihr Buch ankündigt. Und die Sie betreut, falls man Sie zur Prime-Time in die angesagteste TV-Show des Jahres einlädt.
„Großer Verlag“ – was dagegen spricht:
1. Sie mögen sich als Profi fühlen. Aber sofern Sie noch keinen Top-Ten-Kracher in der Bestsellerliste platziert hatten, wird Ihr Werk auf Seite 78 des halbjährlich erscheinenden Verlagsnovitäten-Programms genannt – das war’s dann auch schon. Im zeitbegrenzten Verkaufsgespräch mit den Einkäufern großer Buchhandelsketten kommt der eifrige Verlagsvertreter eher selten so weit, einen „Hinterbänkler-Titel“ besonders zu empfehlen. Er hat ihn übrigens ohnehin nie gelesen. Nicht aus Ignoranz. Die Novitäten-Lektüre kann er zeitlich neben seinem Job gar nicht schaffen.
2. Ihr Buch wird landesweit in den allermeisten Buchhandlungen auf dem Tisch mit den Neuerscheinungen liegen. Höchstwahrscheinlich entdecken Sie dort sogar kleine Stapel Ihres Werkes. Sie platzen vor Stolz. Moment mal: Das soll gegen den „großen Verlag“ sprechen? Warten Sie einen Moment, genau genommen: Warten Sie einen Monat. Dann streben die nächsten neuen Titel dieses Verlages nach Weltruhm. Sofern es der Ihrige während dieser Zeitspanne noch nicht in die Bestsellerliste geschafft hat, werden von dem kleinen Bücherstapel vielleicht ein oder zwei Exemplare in der jeweiligen Buchhandlung verbleiben – der Rest wird an den Verlag zurückgeschickt, um in dessen Lager der Makulatur entgegen zu dämmern. Nach weiteren drei Monaten ohne Bestsellersensation treiben Sie Ihr Buch nicht mal mehr als Einzelstück im Regal auf. Sollte sich bei der nächsten Inventur doch noch eines anfinden, stellt es der Buchhändler in die Grabbelkiste, oder es endet als Altpapier. Immerhin wurden insgesamt vielleicht ein paar tausend Stück verkauft, doch das genügt nicht. Und Sie haben etliche Monate oder gar Jahre daran geschrieben – jedenfalls viel länger, als Ihr schönes Buch überhaupt im Handel lag. So ein Jammer. Ganz ehrlich.
3. Was ist mit der Presseabteilung? Ihr Buch ist erschienen, jetzt müssten doch in allen Blättern die zahlreich angeleierten Rezensionen erscheinen und die Initialzündung zum raketenhaften Aufstieg in die Bestseller-Medaillenränge liefern? Das Problem: Der „große Verlag“ haut Monat für Monat einen Haufen Neuerscheinungen raus. Die Presseabteilung pflegt zwar einen enormen Medien-Verteiler – aber im „Gießkannenprinzip“. Jede Verteileradresse erhält nicht bloß die Information über Ihr Buch, sondern selbstverständlich auch die über die anderen Novitäten des Monats. Und es gibt nicht bloß einen „großen Verlag“, der so arbeitet – fast alle machen es so. Ich habe früher selbst eine Zeit lang Buchneuerscheinungen für eine Zeitung rezensiert. Dieses renommierte Blatt erschien überregional und wöchentlich. In jeder Ausgabe räumte man mir Platz für eine kurze Rezension ein. Vier Bücher pro Monat. Um noch einmal die weiter oben im Text genannten Zahlen heranzuziehen: In Deutschland erscheinen etwa 7500 Buchtitel monatlich, weit mehr als tausend davon sind Romane. Falls Sie nun meinen, damit könnte man die Öffentlichkeit ein klein wenig überfordern, stehen Sie mit dieser Ansicht nicht alleine da. Leider ist es eine Tatsache. Ach ja – das mit der Prime-Time-TV-Show können Sie unter diesen Umständen natürlich sowieso vergessen.
„Kleiner Verlag“ – was dafür spricht:
1. Die persönliche Verbindung. Im Gegensatz zum Großverlag geht die Leitung des „kleinen Verlags“ mit der Entscheidung für Ihr Werk ein viel bedeutenderes Risiko ein. Schließlich geht der Verlag mit den Kosten für Lektorat, Druck, Ausstattung, Werbung und Vertrieb in Vorleistung. Da die Finanzdecke bei den meisten Betrieben dieser Art nicht übermäßig dick ist und es vielleicht nur ein paar Neuerscheinungen pro Jahr gibt, zieht ein gefloppter Titel unter Umständen weitreichende Konsequenzen nach sich. Es ist daher durchaus ein großes Kompliment für einen Autor, wenn sich ein „kleiner Verlag“ für ihn entscheidet. Im Idealfall bekommt das neu produzierte Literatur-Baby so zwei Elternteile. Und jeder, der in diesem Verlag arbeitet – vielleicht nur stundenweise als Minijob – kennt Ihr Buch. Sogar der Verlagsvertreter hat es gelesen. Falls es einen gibt, muss man einschränkend anmerken.
2. Ein „kleiner Verlag“ agiert zwar selten landesweit oder gar international, ist jedoch auf seiner Spielwiese – also in seiner Marktnische und in seiner Region – in der Regel gut vernetzt. Das gilt vor allem für den Buchhandel in seiner Stammregion. Die Erstauflage Ihres Buches liegt zwar vermutlich nur irgendwo zwischen 1000 und 2000 Stück. Es wird weder bei Erscheinen noch danach in jeder Buchhandlung liegen – aber die, die es führen, werden es allein schon aus Verbundenheit zu Ihrem Kleinverlag längerfristig im Laden vorrätig haben. Sind die 2000 Stück abverkauft – selbst wenn es ein, zwei Jahre oder vielleicht länger dauert – druckt der Verlag wahrscheinlich eine Nachauflage. So bleibt Ihr Werk selbst nach Jahren noch im Handel präsent.
3. Ein „kleiner Verlag“ ist meist eine Lokalgröße. Wenn in diesem Hause eine Neuerscheinung angekündigt wird, berichtet vermutlich nicht die Weltpresse – aber die lokalen Medien sind dabei. Und sei es nur, weil der Verleger sonst keine Anzeigen mehr im Käseblatt schaltet.
„Kleiner Verlag“ – was dagegen spricht:
1. Wegen des weitgehend unbekannten Verlagsnamens wird der Autor automatisch als Amateur wahrgenommen – von Kritikern, vom Buchhandel, von den Lesern. Sogar, wenn das Buch ziemlich super ist.
2. Wegen des begrenzten Aktionsradius des „kleinen Verlages“ und der geringen Auflagenhöhe wird Ihr Buch vermutlich nie zum gebührenden Weltruhm gelangen. Zwar gibt es alle Jahrzehnte wieder ein Literaturwunder der Kategorie „Büchlein eines bis dato unbekannten Autors aus Kleinverlag-Produktion fällt einem enorm prominenten Menschen in die Hände – dieser hält es in die Kamera und übermorgen haben es alle“. Es gibt ja auch Leute, die knacken den Jackpot im Lotto. Sie und ich sind allerdings vermutlich nie dabei.
3. Kleine Verlage sind personell übersichtlich ausgestattet. Manchmal bestehen sie lediglich aus einer einzigen Person, nämlich der des Verlegers oder der Verlegerin. Darin liegt ein Teil des Charmes dieser Kleinunternehmen. Allerdings nicht, wenn die Belegschaft in wesentlichen Bereichen länger ausfallen sollte und die Verlagsarbeit brach liegt (im Falle eines Ein-Personen-Unternehmens mal eben gleich zu 100 Prozent) – und das, obwohl man doch als Autor gerade raketenmäßig auf die Medaillenplätze der Bestsellerliste durchstarten wollte. Vielleicht verhebt sich Ihr Verleger auch finanziell an einem anderen Projekt (möglicherweise kauft er ein kleines Fotoarchiv auf) und kann Ihnen Ihr spärliches Honorar nicht zahlen. Kleiner Trost: Sie wissen ja seit dem Eingangsabschnitt dieses Kapitels, was in so einem Fall zu tun ist.
Angesichts dieser Tatsachen setzen manche Autoren lieber gleich auf die Veröffentlichung der eigenen Werke im Selbstverlag. Oder sie verzichten völlig auf Gedrucktes und publizieren ihre Geschichten unschlagbar kostengünstig ausschließlich im Internet – im E-Book-Format, als Selfpublisher. Wirklich erfolgsgekrönt sind beide Verfahren selten. Das konkurrierende Angebot ist in beiden Fällen unüberschaubar riesig. No-Name-Literaten ohne kampferprobte Verlagskomplizen fallen in dieser Masse überhaupt nicht auf – im Falle selbstpublizierter E-Books oft sogar nicht mal für geschenkt, buchstäblich. Spätestens, wenn man für die selbstpublizierte Geschichte einen Verkaufspreis aufruft, der einem halbwegs die Existenz sichern soll, wird die Luft ganz, ganz dünn.
Und Sie wollten sich doch vor allem mit Schreiben beschäftigen, nicht mit Marketingstrategien.
So prüfe, wer sich ewig bindet. Sogar, wenn es nur für die Halbwertzeit eines Buchprojekts ist. Man kann auch prüfen lassen, indem man sich einen Agenten sucht, der die Arbeit der Verlagssuche sowie lästige Vertragsverhandlungen und das fristgerechte Kassieren der Tantiemen abnimmt. Das kostet Autor/in in der Regel 15 Prozent seiner sämtlichen Buch- und/oder Filmeinnahmen, und zwar für alle Zeiten seines eigenen Urheberrechts. Es kann sich trotzdem lohnen.
Aber auch das muss jeder für sich entscheiden.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Ich war also zu dieser Zeit über jeden Schreiber-Job heilfroh. Auch über jenen, den mir ein Verleger anbot – für ein Honorar, dass meine Familie und mich immerhin einen Monat lang über Wasser halten würde. Es ging um die Überarbeitung einiger nicht ganz so gut gelungener Texte, die dringend für eine bereits terminierte Veröffentlichung benötigt wurden. Dieser Veröffentlichungstermin schien unbedingt eingehalten werden zu müssen, in dieser Hinsicht wirkte der Verleger einigermaßen panisch. Ich kannte ihn kaum. Aber insgesamt wirkte er seriös. Außerdem wusste ich, dass er gerade ein kleines Fotoarchiv aufgekauft hatte. Er schien gut im Geschäft zu sein, folgerte ich daraus. Ich unterschrieb einen Projektvertrag, erhielt eine Kopie davon und legte los.
Ich erledigte die Arbeit im vorgegebenen Zeitlimit, stellte meine Rechnung, doch die Honorarüberweisung blieb aus.
Ach ja, das liebe Geld, seufzte mein Verleger nur, als es mir nach etlichen Fehlversuchen endlich mal gelang, ihn telefonisch zu erreichen. Nun ja, fuhr er fort, so hoch sei die Summe ja nicht, eigentlich könnte ich morgen um 15 Uhr zu ihm kommen und das Honorar in bar abholen. Ich stand zur vereinbarten Zeit vor seiner Tür. Niemand öffnete auf mein Klingeln. Wir telefonierten erneut, es gab weitere Verabredungen zwecks Geldübergabe, sie scheiterten sämtlich. Ich ließ nicht locker – wie auch, das Geld war in meinem bescheidenen Haushalt fest eingeplant und quasi schon ausgegeben – und schaffte es irgendwann tatsächlich, den Verleger vor seiner Wohnung abzufangen und ihm einen Scheck in Höhe des vereinbarten Honorars abzuringen.
Ich eilte frohgemut zur Sparkasse und präsentierte der Mitarbeiterin meines Vertrauens die Beute. Die gute Frau kannte mich und vor allem meine finanzielle Lage schon länger. Sie ließ den Scheck auf dem Tresen liegen, ohne ihn zu berühren, seufzte gequält und atmete tief. Mehr kam erst mal nicht von ihr.
Mein Stimmungsbarometer sackte augenblicklich in den Skalenbereich Sturmwarnung.
„Was ist?“ wollte ich trotzdem wissen.
„Das darf ich Ihnen eigentlich nicht sagen“, wand sie sich. „Aber wenn ich diesen Scheck jetzt annehme, dann muss ich ihn auch buchen …“
„Prima. Deshalb bringe ich ihn ja her.“
„Nur, wenn ich diesen Scheck buche – dann platzt er. Und Sie bekommen Ihr Honorar nicht.“
„Bitte?“
„Ganz unter uns: Ich betreue auch die Konten dieses Herrn. Dieser Scheck ist nicht gedeckt. Stecken Sie den bloß wieder ein. Und sehen Sie zu, wie Sie auf andere Weise zu Ihrem Geld kommen.“
„Wie denn?“
Sie zuckte unglücklich mit den Achseln.
Ich steckte bedrückt das unnütze Papier ein und verließ das Geldinstitut, um daheim meinen Projektvertrag herauszusuchen und von einem Anwalt prüfen zu lassen. Zum Glück sah ich mir den Vertrag vorher noch einmal genau an: Auf meiner Kopie fehlte die Unterschrift des Verlegers.
Ich sah nur noch eine Möglichkeit, an mein Geld zu kommen.
Am Ende einer kurzen, wenngleich keineswegs schmerzlosen Konfrontation mit meinem betrügerischen Auftraggeber bilanzierte ich: eine eingetretene Tür, ein mit schlagenden Argumenten befeuertes Wortgefecht und die Barauszahlung meines Honorars in kleinen Scheinen, ergänzt mit Münzgeld aus einem notgeschlachteten Keramik-Sparschwein. Danach gingen wir auseinander und vermieden es künftig, dass sich unsere Wege kreuzten. Ich weiß also nicht, ob sich der Verleger wegen dieser unrühmlichen Episode schämt oder ob er sich überhaupt noch daran erinnert.
Ich zumindest bin alles andere als stolz darauf.
Egal, wie dringend man Geld benötigt: Verträge sollte man genau studieren, bevor man sie unterzeichnet. Und wenn letzteres geschieht, dann ist peinlichst darauf zu achten, dass der Vertragspartner ebenfalls seine Unterschrift leistet. Das sollte selbstverständlich sein, trotzdem ist mir dieser Fehler unterlaufen. Ihnen passiert das nicht – Sie haben nun von meiner gutgläubigen Dummheit gelesen und werden nicht die gleiche begehen. Abgemacht?
Um jedoch überhaupt einen Vertrag für etwas, das man geschrieben hat, angeboten zu bekommen, muss man erst einmal einen Vertragspartner finden. Einen Buchverlag für Ihren ersten Roman, zum Beispiel.
In Deutschland gibt es über zweitausend Verlage. Allein in Deutschland erscheinen Jahr für Jahr an die neunzigtausend neue Bücher. Darunter sind jede Menge Fach- und Sachbücher, doch auch wenn Sie Romane schreiben sollten, sind Sie nicht konkurrenzlos: Die Zahl der jährlichen Roman-Neuerscheinungen lag hierzulande zuletzt ziemlich stabil knapp über der Marke von vierzehntausend Titeln. Ein Literatur-Junkie, der sich absolut keinen neuen Roman entgehen lassen möchte, müsste also täglich 39 Bücher lesen, um stets am Ball zu bleiben. In Schaltjahren hätte er dann mal einen Tag frei, damit er sich beim Augenarzt eine neue Lesebrille verschreiben lassen kann.
Für die Leser ist die Auswahl an Büchern also riesengroß. Autoren können sich unter vielen Verlagen den zu ihnen passenden wählen. Verlage wiederum suchen sich programmkompatible Autoren aus der Masse zuverlässig nachwachsender Literaten heraus. Doch wie findet man zueinander?
Gute Frage. Große Frage.
Während vieler Jahre verbrachte ich die „Frankfurter Buchmesse“ am Stand eines befreundeten Verlegers. Manchmal schon deswegen, weil er gerade wieder ein neues Buch von mir herausgebracht hatte. Ansonsten aber, weil ich die Atmosphäre am Messestand liebe. Auf der Buchmesse genieße ich die Begegnungen mit den vielen Menschen, die sich professionell oder aus Leidenschaft (meistens beides) mit Literatur beschäftigen. Es sind oft wunderbare, erfreuliche Begegnungen. Leider trifft das nicht auf jede davon zu. Es gibt eine Situation, die jeder kennt, der für einen Verlag am Messestand steht. Eine Situation, die so gut wie immer allen Beteiligten peinlich ist und die eigentlich nie zu etwas führt. Nämlich folgende:
Vorsichtig pirscht sich JEMAND an den Messestand heran und nimmt Witterung auf. Mit dem Blick eines scheuen Rehs äugt JEMAND in alle Richtungen, taxiert die anderen Besucher, vor allem das Verlagspersonal am Stand. Um zunächst bloß nicht angesprochen zu werden, nimmt JEMAND nacheinander sämtliche am Stand ausgelegten Verlagstitel zur Hand und heuchelt inniges Interesse daran – selbst an dem abseitigen, völlig unverkäuflichen und lediglich aufgrund eines erheblichen Druckkostenzuschusses produziertem Buch über Quantenphysik, verfasst in unverständlichstem Fachchinesisch und nur deshalb hier präsent, weil leider versehentlich vom Verlagspraktikanten in die Messekiste gepackt.
JEMAND wartet geduldig den Moment ab, bis möglichst alle anderen Besucher weitergezogen sind und die nächsten noch am Nachbarstand herumlungern. Dann nimmt er einen längst von ihm angepeilten VERLAGSMITARBEITER aufs Korn.
JEMAND: „Arbeiten Sie hier?“
VERLAGSMITARBEITER: „Ja.“
JEMAND: „Schöne Bücher.“
VERLAGSMITARBEITER: „Danke.“
JEMAND: „Sind ein paar feine Romane dabei.“
VERLAGSMITARBEITER: Nickt nur ergeben, denn er weiß, was nun kommt.
JEMAND: „Wissen Sie, ich schreibe ja auch…“
VERLAGSMITARBEITER: Hat es längst geahnt und sagt nichts.
JEMAND: „Eigentlich bin ich hier auf der Messe, um einen Verlag zu finden, der mein Werk herausbringt.“
VERLAGSMITARBEITER denkt: Warum immer ich? – erkundigt sich trotzdem artig: „Um was geht es denn darin genau?“
JEMAND: „Das ist nicht so ganz einfach zu erklären. Aber ich hab’s dabei…“
Schon zieht JEMAND eifrig ein 600-Seiten-Skript aus Rucksack / Tasche / Plastiktüte. Wahnsinnsgeschichte, das sagen alle. Freunde / Verwandte / Nachbarn wären einhellig der Meinung, da könnte man glatt ein Buch draus machen. JEMAND redet und redet. Zunehmend Verzweiflung im Blick, die ganze Gestalt macht „Bittebitte“ – bis der VERLAGSMITARBEITER dem Anliegen mit wohltrainierter Standardformulierung die Absage erteilt. Hier sind drei der beliebtesten:
„So etwas entscheidet mein Chef, der ist aber nicht auf der Messe.“
„Ihr Roman ist sicher großartig. Leider wollen wir unser Verlagsprogramm demnächst auf Kochbücher umstellen.“
Und, je nach Verlagsgröße, entweder: „Wir sind nur ein kleiner Regionalverlag. Ihr Werk gehört unbedingt in einen großen Publikumsverlag. Die finden Sie sämtlich in der Halle XY.“
Oder: „Wir sind ein großer Publikumsverlag. Da geht Ihr Werk im Morast des Mainstreams verloren. Was Sie brauchen, ist ein kleiner, feiner Regionalverlag – finden Sie in der Halle YX.“
JEMAND zieht geschlagen von dannen, VERLAGSMITARBEITER atmet diskret auf.
Vielleicht ist jetzt leider der Literaturwelt ein Mensch abhandengekommen, der grandios gut schreiben kann. Und ein Verlag hat sich um die Chance gebracht, dessen bahnbrechendes Werk zu veröffentlichen, damit den Kassenschlager des Jahres zu liefern und endlich groß herauszukommen. Wahrscheinlich ist das nicht, aber man weiß es ja nie.
Bevor Sie also Ihren frisch vollendeten Roman an sämtlichen Ständen einer Buchmesse oder überhaupt jedem Verlag anbieten, dessen Adresse sich irgendwo recherchieren lässt, sollten Sie einige strategische Überlegungen anstellen.
Zuallererst diese: Für Autoren auf Verlagssuche gilt Ähnliches wie für Flirtwillige auf einer Dating-App. Wer sich wahllos überall anbietet, kriegt entweder gar keine(n) ab – oder eine(n), den man eigentlich nicht haben will. Man benötigt also bei der Verlagssuche (genau wie bei der Dating-App) vorab ein paar Anforderungs- und Ausschlusskriterien, um den Kandidatenkreis überschaubarer zu gestalten.
Beginnen wir bei Ihrem Produkt. Bevor Sie Ihren Roman anbieten, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie da zu Markte tragen. Angesichts der vierzehntausend jährlichen Roman-Neuerscheinungen deutschlandweit (plus der sicher noch ungleich höheren Dunkelziffer jener Romane, die hoffnungsvoll geschrieben, aber niemals auf dem Buchmarkt erscheinen), werden potentielle Verleger immer die Frage stellen, um was es in Ihrem Werk eigentlich geht. Und zwar, bevor sie sich die Mühe machen, die vorgelegten 600 Seiten (oder wie viele es auch immer sein mögen) selbst zu lesen oder von Verlagsmitarbeitern lesen zu lassen.
Ihre Antwort sollte dann möglichst überzeugend ausfallen. „Ein Mann, eine Frau, viel Hin und Her in der Liebe, aber am Ende wird alles gut“, eine solche Beschreibung trifft auf etliche Geschichten zu, ohne das Besondere der Ihren herauszustellen. Brechen Sie den Kern Ihrer Erzählung, die Konflikte Ihrer Hauptfiguren auf wenige, aussagekräftige Sätze herunter. Schreiben Sie diese Sätze auf, denn Sie werden sie brauchen: In jedem Anschreiben auf der Verlagssuche. Auch später, wenn Sie mit Veranstaltern kommunizieren, um Autorenlesungen zu vereinbaren. Oder mit Journalisten, die darüber berichten sollen, aber leider Ihren Roman vorher nicht lesen werden und deshalb über dessen Inhalt allzu leicht Unsinn verbreiten, sofern Sie ihnen nicht mit einem griffigen Kurztext eine gut verständliche Steilvorlage liefern. Lernen Sie diesen Kurztext getrost auswendig, dann haben Sie diese hilfreichen Formulierungen notfalls auch im Gespräch parat.
Weiterer Vorteil dieses Kurztextes: Sie wissen allerspätestens jetzt auch selber, was eigentlich das Besondere an Ihrem Roman ist. Das hilft Ihnen, den Kreis Ihrer potentiellen Verlagspartner enger zu ziehen.
Recherchieren Sie, welche Verlage Bücher im Programm haben, die thematisch nah an Ihrem Werk liegen. Vielleicht gibt es Autorinnen oder Autoren, mit denen Sie sich stilistisch wahlverwandt fühlen – dann schauen Sie, in welchem Verlagshaus diese Leute veröffentlichen. Erweitern Sie beim Besuch möglichst vieler Buchhandlungen Ihren Horizont über das Angebot auf dem Literaturfeld, das Sie selbst beackern möchten (oder schon beackert haben, falls Ihr Roman bereits geschrieben ist). Passionierte Online-Shopper und E-Book-User mögen das für Altmodisch halten. Es gibt jedoch genug Leser, die nach wie vor Wert auf Gedrucktes und Gebundenes legen, was sich in die Hand nehmen lässt. Und der Wert guter Verlagsarbeit auf diesem Gebiet lässt sich nicht im Internet, sondern vor allem in der Buchhandlung erfahren: Sind die Verlagstitel hier überhaupt präsent? Wie sind sie handwerklich gestaltet? Von chronischen Cover-Missgriffen bis hin zur sofortauflösenden Buchrücken-Billigstbindung gibt es einiges, was schief laufen kann und was man als Autor gerne wüsste, bevor man sein literarisches Baby in fremde Hände gibt.
Wenn Sie die Verlage, in denen Ihr Werk ein Zuhause finden könnte, eingegrenzt haben, dann versuchen Sie mehr über die Verlagshäuser herauszubekommen. Oder über den Kleinverlag, dessen spezielles Programm perfekt zu ihrem Buch passen würde.
Vermutlich ist jeder froh, für sein Erstlingswerk überhaupt einen Verlagspartner zu finden. Die Frage „großer Verlag“ oder „kleiner Verlag“ ist in dem Fall eher zweitrangig. Sollte man jedoch Ambitionen hegen, mehr als nur ein Buch zu schreiben oder gar eine Karriere als Literatur-Vollprofi anzustreben, stellt sich diese Frage schon. Ich kenne beides aus eigener Erfahrung und fasse hier einige „Für und wider“-Argumente zusammen, die mir wesentlich erscheinen. Entscheiden müssten Sie letztendlich selber. Welche Lösung die Bessere ist, lässt sich nicht eindeutig festlegen.
„Großer Verlag“ – was dafür spricht:
1. Durch das Renommee des etablierten Verlagsnamens wird der Autor automatisch als Profi wahrgenommen – von Kritikern, vom Buchhandel, von den Lesern. Sogar, wenn das Buch gar nicht so super ist.
2. Der „große Verlag“ deckt einen großen Markt ab. Sein Programm ist überall präsent, auch im deutschsprachigen Ausland. Die Stückzahl Ihrer ersten Taschenbuchauflage ist wahrscheinlich fünfstellig. Er verfügt über eine komplette Organisation. Es gibt sogar eine Presseabteilung, die Ihr Buch ankündigt. Und die Sie betreut, falls man Sie zur Prime-Time in die angesagteste TV-Show des Jahres einlädt.
„Großer Verlag“ – was dagegen spricht:
1. Sie mögen sich als Profi fühlen. Aber sofern Sie noch keinen Top-Ten-Kracher in der Bestsellerliste platziert hatten, wird Ihr Werk auf Seite 78 des halbjährlich erscheinenden Verlagsnovitäten-Programms genannt – das war’s dann auch schon. Im zeitbegrenzten Verkaufsgespräch mit den Einkäufern großer Buchhandelsketten kommt der eifrige Verlagsvertreter eher selten so weit, einen „Hinterbänkler-Titel“ besonders zu empfehlen. Er hat ihn übrigens ohnehin nie gelesen. Nicht aus Ignoranz. Die Novitäten-Lektüre kann er zeitlich neben seinem Job gar nicht schaffen.
2. Ihr Buch wird landesweit in den allermeisten Buchhandlungen auf dem Tisch mit den Neuerscheinungen liegen. Höchstwahrscheinlich entdecken Sie dort sogar kleine Stapel Ihres Werkes. Sie platzen vor Stolz. Moment mal: Das soll gegen den „großen Verlag“ sprechen? Warten Sie einen Moment, genau genommen: Warten Sie einen Monat. Dann streben die nächsten neuen Titel dieses Verlages nach Weltruhm. Sofern es der Ihrige während dieser Zeitspanne noch nicht in die Bestsellerliste geschafft hat, werden von dem kleinen Bücherstapel vielleicht ein oder zwei Exemplare in der jeweiligen Buchhandlung verbleiben – der Rest wird an den Verlag zurückgeschickt, um in dessen Lager der Makulatur entgegen zu dämmern. Nach weiteren drei Monaten ohne Bestsellersensation treiben Sie Ihr Buch nicht mal mehr als Einzelstück im Regal auf. Sollte sich bei der nächsten Inventur doch noch eines anfinden, stellt es der Buchhändler in die Grabbelkiste, oder es endet als Altpapier. Immerhin wurden insgesamt vielleicht ein paar tausend Stück verkauft, doch das genügt nicht. Und Sie haben etliche Monate oder gar Jahre daran geschrieben – jedenfalls viel länger, als Ihr schönes Buch überhaupt im Handel lag. So ein Jammer. Ganz ehrlich.
3. Was ist mit der Presseabteilung? Ihr Buch ist erschienen, jetzt müssten doch in allen Blättern die zahlreich angeleierten Rezensionen erscheinen und die Initialzündung zum raketenhaften Aufstieg in die Bestseller-Medaillenränge liefern? Das Problem: Der „große Verlag“ haut Monat für Monat einen Haufen Neuerscheinungen raus. Die Presseabteilung pflegt zwar einen enormen Medien-Verteiler – aber im „Gießkannenprinzip“. Jede Verteileradresse erhält nicht bloß die Information über Ihr Buch, sondern selbstverständlich auch die über die anderen Novitäten des Monats. Und es gibt nicht bloß einen „großen Verlag“, der so arbeitet – fast alle machen es so. Ich habe früher selbst eine Zeit lang Buchneuerscheinungen für eine Zeitung rezensiert. Dieses renommierte Blatt erschien überregional und wöchentlich. In jeder Ausgabe räumte man mir Platz für eine kurze Rezension ein. Vier Bücher pro Monat. Um noch einmal die weiter oben im Text genannten Zahlen heranzuziehen: In Deutschland erscheinen etwa 7500 Buchtitel monatlich, weit mehr als tausend davon sind Romane. Falls Sie nun meinen, damit könnte man die Öffentlichkeit ein klein wenig überfordern, stehen Sie mit dieser Ansicht nicht alleine da. Leider ist es eine Tatsache. Ach ja – das mit der Prime-Time-TV-Show können Sie unter diesen Umständen natürlich sowieso vergessen.
„Kleiner Verlag“ – was dafür spricht:
1. Die persönliche Verbindung. Im Gegensatz zum Großverlag geht die Leitung des „kleinen Verlags“ mit der Entscheidung für Ihr Werk ein viel bedeutenderes Risiko ein. Schließlich geht der Verlag mit den Kosten für Lektorat, Druck, Ausstattung, Werbung und Vertrieb in Vorleistung. Da die Finanzdecke bei den meisten Betrieben dieser Art nicht übermäßig dick ist und es vielleicht nur ein paar Neuerscheinungen pro Jahr gibt, zieht ein gefloppter Titel unter Umständen weitreichende Konsequenzen nach sich. Es ist daher durchaus ein großes Kompliment für einen Autor, wenn sich ein „kleiner Verlag“ für ihn entscheidet. Im Idealfall bekommt das neu produzierte Literatur-Baby so zwei Elternteile. Und jeder, der in diesem Verlag arbeitet – vielleicht nur stundenweise als Minijob – kennt Ihr Buch. Sogar der Verlagsvertreter hat es gelesen. Falls es einen gibt, muss man einschränkend anmerken.
2. Ein „kleiner Verlag“ agiert zwar selten landesweit oder gar international, ist jedoch auf seiner Spielwiese – also in seiner Marktnische und in seiner Region – in der Regel gut vernetzt. Das gilt vor allem für den Buchhandel in seiner Stammregion. Die Erstauflage Ihres Buches liegt zwar vermutlich nur irgendwo zwischen 1000 und 2000 Stück. Es wird weder bei Erscheinen noch danach in jeder Buchhandlung liegen – aber die, die es führen, werden es allein schon aus Verbundenheit zu Ihrem Kleinverlag längerfristig im Laden vorrätig haben. Sind die 2000 Stück abverkauft – selbst wenn es ein, zwei Jahre oder vielleicht länger dauert – druckt der Verlag wahrscheinlich eine Nachauflage. So bleibt Ihr Werk selbst nach Jahren noch im Handel präsent.
3. Ein „kleiner Verlag“ ist meist eine Lokalgröße. Wenn in diesem Hause eine Neuerscheinung angekündigt wird, berichtet vermutlich nicht die Weltpresse – aber die lokalen Medien sind dabei. Und sei es nur, weil der Verleger sonst keine Anzeigen mehr im Käseblatt schaltet.
„Kleiner Verlag“ – was dagegen spricht:
1. Wegen des weitgehend unbekannten Verlagsnamens wird der Autor automatisch als Amateur wahrgenommen – von Kritikern, vom Buchhandel, von den Lesern. Sogar, wenn das Buch ziemlich super ist.
2. Wegen des begrenzten Aktionsradius des „kleinen Verlages“ und der geringen Auflagenhöhe wird Ihr Buch vermutlich nie zum gebührenden Weltruhm gelangen. Zwar gibt es alle Jahrzehnte wieder ein Literaturwunder der Kategorie „Büchlein eines bis dato unbekannten Autors aus Kleinverlag-Produktion fällt einem enorm prominenten Menschen in die Hände – dieser hält es in die Kamera und übermorgen haben es alle“. Es gibt ja auch Leute, die knacken den Jackpot im Lotto. Sie und ich sind allerdings vermutlich nie dabei.
3. Kleine Verlage sind personell übersichtlich ausgestattet. Manchmal bestehen sie lediglich aus einer einzigen Person, nämlich der des Verlegers oder der Verlegerin. Darin liegt ein Teil des Charmes dieser Kleinunternehmen. Allerdings nicht, wenn die Belegschaft in wesentlichen Bereichen länger ausfallen sollte und die Verlagsarbeit brach liegt (im Falle eines Ein-Personen-Unternehmens mal eben gleich zu 100 Prozent) – und das, obwohl man doch als Autor gerade raketenmäßig auf die Medaillenplätze der Bestsellerliste durchstarten wollte. Vielleicht verhebt sich Ihr Verleger auch finanziell an einem anderen Projekt (möglicherweise kauft er ein kleines Fotoarchiv auf) und kann Ihnen Ihr spärliches Honorar nicht zahlen. Kleiner Trost: Sie wissen ja seit dem Eingangsabschnitt dieses Kapitels, was in so einem Fall zu tun ist.
Angesichts dieser Tatsachen setzen manche Autoren lieber gleich auf die Veröffentlichung der eigenen Werke im Selbstverlag. Oder sie verzichten völlig auf Gedrucktes und publizieren ihre Geschichten unschlagbar kostengünstig ausschließlich im Internet – im E-Book-Format, als Selfpublisher. Wirklich erfolgsgekrönt sind beide Verfahren selten. Das konkurrierende Angebot ist in beiden Fällen unüberschaubar riesig. No-Name-Literaten ohne kampferprobte Verlagskomplizen fallen in dieser Masse überhaupt nicht auf – im Falle selbstpublizierter E-Books oft sogar nicht mal für geschenkt, buchstäblich. Spätestens, wenn man für die selbstpublizierte Geschichte einen Verkaufspreis aufruft, der einem halbwegs die Existenz sichern soll, wird die Luft ganz, ganz dünn.
Und Sie wollten sich doch vor allem mit Schreiben beschäftigen, nicht mit Marketingstrategien.
So prüfe, wer sich ewig bindet. Sogar, wenn es nur für die Halbwertzeit eines Buchprojekts ist. Man kann auch prüfen lassen, indem man sich einen Agenten sucht, der die Arbeit der Verlagssuche sowie lästige Vertragsverhandlungen und das fristgerechte Kassieren der Tantiemen abnimmt. Das kostet Autor/in in der Regel 15 Prozent seiner sämtlichen Buch- und/oder Filmeinnahmen, und zwar für alle Zeiten seines eigenen Urheberrechts. Es kann sich trotzdem lohnen.
Aber auch das muss jeder für sich entscheiden.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
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Autoren live: Tatort-Schreibtisch-Hörbuch der Woche
Ingrid Schmitz: "Spiekerooger Utkieker"
Die Privatermittlerin Mia Magaloff muss dringend über ihre Zukunft nachdenken. Sie nimmt sich eine Auszeit auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Sandstrand, Meer und Sonne – mehr braucht sie nicht dafür. Doch bereits auf der Fähre zur Insel wird sie verflucht,...
begegnet dann an der Utkieker-Skulptur einem scheinbar Durchgeknallten, der sie um Hilfe anfleht, und findet am anderen Tag eine Tote, die vielleicht noch hätte leben können, wenn Mia schneller gehandelt hätte. Sie muss sich kümmern und hat sieben Tage Zeit dafür, damit es nicht noch mehr Tote gibt ...
Ingrid Schmitz liest ihren Roman so entspannt, wie sie ihre Krimis schreibt - perfekte Ferienunterhaltung!
ISBN 9783946312369
Hörbuch zum Download: 9,99 €
Hörbuch ohne Anmeldung kaufen

Ingrid Schmitz arbeitete bei einer kanadischen Reederei und im sowjetischen Außenhandel, bevor sie hauptberufliche Autorin wurde. Begonnen hat sie mit Krimikurzgeschichten, von denen bisher an die sechzig veröffentlicht wurden, inzwischen schreibt sie erfolgreich entspannte Krimis mit ihrer Privatermittlerin Mia Magaloff, eine liebenswert-neugierigen Künstlerin und Trödelmarkthändlerin.
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
Autorenfoto: Patrick Kösters
Ingrid Schmitz liest ihren Roman so entspannt, wie sie ihre Krimis schreibt - perfekte Ferienunterhaltung!
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Ingrid Schmitz arbeitete bei einer kanadischen Reederei und im sowjetischen Außenhandel, bevor sie hauptberufliche Autorin wurde. Begonnen hat sie mit Krimikurzgeschichten, von denen bisher an die sechzig veröffentlicht wurden, inzwischen schreibt sie erfolgreich entspannte Krimis mit ihrer Privatermittlerin Mia Magaloff, eine liebenswert-neugierigen Künstlerin und Trödelmarkthändlerin.
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
Autorenfoto: Patrick Kösters
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Tatort-Schreibtisch-Autor der Woche
Smart kommt er daher – ein Typ, der im Polohemd eine ebenso gute Figur macht wie im Anzug. Businessman oder Abenteurer, Ganove, Gangster, Gentleman – Arnd Federspiel kann das alles als Schauspieler spielen, glaubwürdig, ernsthaft, als Hauptrolle oder als komischer Sidekick...
Und ebenso wandlungsfähig, aufmerksam, präzise und spielfreudig wie auf der Bühne habe ich ihn auch als Autor kennengelernt. Liegt es daran, dass er als Schauspieler immer den richtigen Ton für jeden Text findet – egal ob in einem dramatischen Thriller oder einer kleinen Krimi-Comedy?
Arnd Federspiel ist als Schauspieler und Schriftsteller (oder umgekehrt) eine jener seltenen Doppelbegabungen, die das Erfinden und Erzählen von Geschichten gleichermaßen in allen Dimensionen beherrschen. Als Autor von kurzen und langen Krimis ist er ebenso wandlungsfähig wie als Schauspieler – und darüberhinaus auch noch als Mitglied unseres Essener "Krimi-Überfallommandos" ein hervorragender Teamplayer.
Wenn es also heißt "Ihr Auftritt, Herr Federspiel!", dann kann man sich darauf verlassen, dass man immer hundert Prozent bekommt – von dem ganzen Mann.
H.P. Karr ist Krimiautor und 1/3 des Essener "Krimi-Überfallkommandos"
Arnd Federspiel ist Tatort-Schreibtisch-Autor und hat das Tatort-Schreibtisch-Sachbuch "Drama, Baby!" geschrieben. Der Text ist in dem Sammelband "Hört mir jemand zu?" erschienen.
Mehr Informationen über das Buch "Hört mir jemand zu"
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Arnd Federspiel: Immer volles Programm
Ein Autorenportrait von H.P. KarrSmart kommt er daher – ein Typ, der im Polohemd eine ebenso gute Figur macht wie im Anzug. Businessman oder Abenteurer, Ganove, Gangster, Gentleman – Arnd Federspiel kann das alles als Schauspieler spielen, glaubwürdig, ernsthaft, als Hauptrolle oder als komischer Sidekick...
Und ebenso wandlungsfähig, aufmerksam, präzise und spielfreudig wie auf der Bühne habe ich ihn auch als Autor kennengelernt. Liegt es daran, dass er als Schauspieler immer den richtigen Ton für jeden Text findet – egal ob in einem dramatischen Thriller oder einer kleinen Krimi-Comedy?
Arnd Federspiel ist als Schauspieler und Schriftsteller (oder umgekehrt) eine jener seltenen Doppelbegabungen, die das Erfinden und Erzählen von Geschichten gleichermaßen in allen Dimensionen beherrschen. Als Autor von kurzen und langen Krimis ist er ebenso wandlungsfähig wie als Schauspieler – und darüberhinaus auch noch als Mitglied unseres Essener "Krimi-Überfallommandos" ein hervorragender Teamplayer.
Wenn es also heißt "Ihr Auftritt, Herr Federspiel!", dann kann man sich darauf verlassen, dass man immer hundert Prozent bekommt – von dem ganzen Mann.
H.P. Karr ist Krimiautor und 1/3 des Essener "Krimi-Überfallkommandos"
Arnd Federspiel ist Tatort-Schreibtisch-Autor und hat das Tatort-Schreibtisch-Sachbuch "Drama, Baby!" geschrieben. Der Text ist in dem Sammelband "Hört mir jemand zu?" erschienen.
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